Schlagwort-Archiv: trier

Verkehrsmüll und Internet-Mist

25 Mar

Zu aller erst muss ich mich ganz feierlich für meine Abwesenheit am vergangenen Sankt Patricks Tag entschuldigen. Ich habe dabei nicht nach meinem freien Willen gehandelt, sondern war gesundheitlich indisponiert.

Des weiteren reg’ ich mich heut über zweierlei Sachen auf. Zum einen Googlemail. Zum anderen die Trierer Busse.

Da Google ja seit einiger Zeit dran ist das Internet aufzukaufen, kommt man heute kaum noch drumherum sich ein Google-Konto anzuschaffen. Da mein web.de Email-Konto seit neustem zu garnichts mehr zu gebrauchen ist, bin ich auch zwecks virtueller Post auf den Web-Monopolisten umgestiegen. Erst einmal will ich sagen, dass das Googlemail Interface einfach nur grausam ist. Total unübersichtlich und noch nichteinmal besonders stylisch. Ich war anfangs regelmäßig 5-10 Minuten damit beschäftigt irgendwelche Einstellungen ausfindig zu machen. Und wenn ich sie dann schließlich nach langer Klickerei gefunden hatte, wusste ich schon nicht mehr wie ich jetzt dorthin kam. Also Google, wenn ihr das hier lest (und das tut ihr mit Sicherheit), ändert was, ihr Pisser!

Soviel zur Einleitung. Mein eigentliches Problem besteht in den unumgänglichen Sicherheitsmaßnahmen, die Google seinen Nutzern bietet. Neben dem üblichen Passwort, muss man sich alle 30 Tage und für jedes Endgerät eine SMS mit Freischaltcode schicken lassen, damit man auf sein Konto zugreifen kann. Zwar ist diese Funktion (noch) freiwillig, aber in einem Anfall von Paranoia (ich dachte mein altes Emailkonto wurde gehackt) hab ich der Sache mal zugestimmt und hab bis jetzt noch  nicht rausgekriegt, wie man den Quatsch wieder abstellt. Nun hab ich ja schon erwähnt, dass ich kein Handy mehr hab, weil ich meinen Vertrag ausgelaufen ist. Daher wollte ich heute noch schnell die registrierte Handynummer ändern, damit ich auch in Zukunft noch meine Mails lesen kann. Dummerweise bekam ich die letzte Code-SMS vor genau 30 Tagen. Hm, was tun. Erstmal das weiseste Wesen der Welt befragt, ich bin ja sicher nicht der erste, der so dämlich ist. Googles Suchmaschine bietet mir auch flux eine Reihe vielversprechender Links. Doch zu früh gefreut. Jeder einzelne Verweis zu dem Thema führt mich auf ein Google-Forum, dessen Beiträge nur für eingeloggte Google-Nutzer sichtbar sind. Entzückend! Als letzte Lösung bleibt mir dann wohl nur ein sehr ausführliches Formular auszufüllen und mir einen Freischaltcode an ne andere Emailadresse schicken zu lassen. Natürlich weiß ich noch auswendig, an welchem Tag ich mich bei Google zum ersten Mal angemeldet hab und wann ich zuletzt einen von Googles zahlreichen Diensten benutzt habe. Jetzt dauert es auch nurnoch 3-5 Werktage bis ich eine Antwort von Jens Google bekomme. Im Idealfall. So lange hab ich dann eben keinen Zugriff auf meine Internetpost.

Genug über Internetmist aufgeregt. Kommen wir zum Verkehrsverbund der Region Trier. Vielleicht hab ich schon mal erwähnt, wie beschissen die Trierer Busse sind. Also nicht die Busse an sich, sondern die Menschen die sie fahren und vor allem die Menschen, die diesen Menschen sagen, wie sie zu fahren haben. Ich hab mir mittlerweile abgewöhnt, die Trierer Busse zu nutzen, auch wenn ich das dank Studikerbescheinigung quasi umsonst könnte. Es ist vielleicht etwas ärgerlich, wenn ein Bus mal 5 oder 10 Minuten Verspätung hat, aber das kommt eben mal vor und ist normalerweise auch nicht weiter tragisch. Aber wenn Busse konsequent fünf, sechs Minuten zu FRÜH oder überhaupt nicht kommen, ist das schon ein Grund sich nicht zu freuen. Vor allem wenn man auf dem Weg zur Arbeit ist. Ich bin jetzt wirklich kein Mensch, der in letzter Minute an der Bushaltestelle auftaucht, aber die Busse der VRT oder SWT oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, verpasse ich grundsätzlich ganz knapp. Wenn die Busse eigentlich alle 10 Minuten fahren sollten, frage ich mich, warum ich schon des öfteren fast eine halbe Stunde warten musste, bis endlich so ein Gefährt mitsamt miesgelauntem Fahrer auftauchte. Aber wie gesagt, ich meide diese Transportmittel mittlerweile nach Möglichkeit und verlasse mich stattdessen auf meine Füße. Die riechen auch weniger streng.

Heute konnte ich dem allerdings nicht entgehen. Da die Stadt Trier mal wieder einen verkaufsoffenen Sonntag durchboxen musste, war natürlich wieder alles mit aufgedrehten, kaufsüchtigen Menschen überrannt. Verständlich bei dem schönen Wetter. Nun könnte man doch denken, an einem Tag an dem vermutlich mehr Umsatz gemacht wird, als an einem gewöhnlichen Wochentag, setzt der örtliche Verkehrsunternehmer ein paar zusätzliche Busse ein, um die Menschenmassen von A über C nach B zu transportieren. Mal wieder falsch gedacht. Die Busse fuhren heute wie an einem regulären Sonntag. Zwei mal die Stunde. Entsprechend vollgestopft waren sie dann auch. Wenn sich schon zwei wildfremde Leute zusammen auf einen einzelnen Sitzplatz quetschen, kann man ahnen, dass das Busunternehmen versagt hat. Aus logistischer Sicht, als auch aus menschlicher. Vor allem wenn man so nette Busfahrer hat, die zwar ganz genau sehen, dass eine Frau mit Kinderwagen einsteigen will, sich aber erst nachdem sie von anderen Fahrgästen ausdrücklich daraufhin gewiesen wurden, dazu erbarmen die Tür zu öffnen. Es wurden unterwegs auch noch genügend Rentner, Schwangere und Kinderwagen in der Sonne stehen gelassen, weil einfach kein Platz mehr war. Im Endeffekt wären wir dann zu fuß doch schneller und bequemer gereist.

Und von meiner Freundin habe ich auch schon einige Stories gehört, was das Personal diese Vereins angeht. Und sicher keine guten! Der Trierer Verkehrsverbund. Einfach nur armselig.

Uwa ist verärgert!

(Tut mir Leid, dass ich euch hier mit lahmen Katzen-Gags zumülle, aber in den letzten Tagen hab ich bestimmt 7942 mal pro Stunde das Wort Kätzchen gehört. Es wird nurnoch über Katzen geredet und ich träume schon von Katzen. Fragt lieber nicht wieso.)

Stereotyp im Exhaus, Trier

17 Nov

Um es gleich vorneweg zu sagen: Marcel hat souverän seinen Bass gezupft.

Und es hat mich mit nichts weniger als Freude und sogar Stolz erfüllt ihn auf der Bühne stehen zu sehen, spielend, ein marcelhafter Anblick.

Ich bin nun schon seit mehreren Jahren eingefleischter Marcelfan und jeder dem es so geht wie mir hätte das Konzert genauso genossen. Zugegebenermaßen kam ich etwas zu spät, ein höchstens zwei Liedchen, Marcel war schon in vollem Gange, wie Marcel nun mal in vollem Gange ist- zwischen resigniert, auf Hochtouren laufend und todtraurig sind es nur winzige Nuancen, welche selbst einem aufmerksamen Beobachter oft verborgen bleiben. Jedenfalls gab es teures Bier aus billigen Plastikbechern, man kauft sich mehrere und bleibt etwas abseits auf einer Bank (ja, ich habe gesessen), aber in Sichtweite zu Marcel. Die Band spielt deutsch, allerdings bleiben keine Textzeilen im Gedächtnis, trotz meiner relativen Nüchternheit. Deutschrock. Es geht um Killerspiele, Selbstmord und ein neues Leben beginnen, man ist froh, dass Marcel kein Mikrofon hingestellt bekommen hat- eine Tatsache welche ich auf den ersten Blick als unverschämt empfand. Im Nachhinein ist man dankbar für Marcels unarrogante Distanz zum raren Publikum. Marcels Bass steht und spielt parallel zu zwei Gitarren, fehlerfrei und zum einschlafen korrekt gehandhabt von zwei unförmigen Wesen, männlich, einer groß und tollpatschig, allerdings nicht auf die süße Art und Weise, sondern einfach doof. Der Andere, mittig, obligatorische Pornobrille und Gesang, kann auch nicht mit einstudierten+ niederknieenden Gitarrensolos glänzen, aber er singt. Auch das übertrieben richtig. Diesen beiden Typen also haben sich die Unterhaltung des Publikums aufgebürdet. Das vierte Bandmitglied ist eine Frau am Schlagzeug, wegen der klassischen Bühnenaufteilung etwas in den Hintergrund und geistig weg vom Geschehen gerückt, dem Gesichtsausdruck nach war es woanders aber auch nicht fetziger. Damit man mich nicht falsch versteht: Neben Marcel war mir die weibliche Besetzung noch am sympathischsten, aber der gleichgültige Ausdruck in ihrem Gesicht mit offenem Mund war doch auffallend konstant und irgendwie erwähnenswert. Zurück zu den eben beschriebenen Stereotypen, Liedansagen und Pausen waren stark einstudiert- ich hätte an dieser Stelle lieber so was wie dilettantisch und unbeholfen, aber dafür ehrlich geschrieben, aber – Nein. Stereotyp1 und Stereotyp2 haben Listen von zuhause mitgebracht, vollgeschrieben mit gegoogelt öden Bezeichnungen für Damenunterwäsche. Sie schieben sich unnatürlich gegenseitig die Bälle zu, immer auf der Suche danach wie eine jahrelang eingespielte Rockband zu klingen. Schwierig, nach dem vierten Auftritt. Und das empfiehlt der Doktor: Seinlassen.

Das mag alles schrecklich negativ klingen und vielleicht ist es auch einfach so bei mir hängengeblieben. Wie gesagt, die Musik an sich war fehlerfrei und man merkt die Typen können ihre Instrumente bedienen. Aber man vermisst das Besondere, das Sympathische, das Authentische, das was die Jungs von so vielen anderen NewcomerBands unterscheidet. Den Grund nochmals deren Show zu besuchen, sich ein Album zu kaufen, sich für die Band zu interessieren. Mein Grund vor dem Konzert war Marcel, mein Grund nach dem Konzert ist immer noch Marcel- außer ihm konnte niemand punkten. Man will sagen es fehlt einfach Herz, allerdings muss man sich vor Augen halten, dass die Band ein Album aufgenommen, auf Scheiben gepresst und zum Verkauf angeboten hat, man hat im Voraus Kosten gezahlt und sich gekümmert. Das alles wäre wohl ohne Herz und ein gewisses Maß an Begeisterung nicht möglich gewesen. Diese Begeisterung gilt es auf das Publikum zu übertragen und da hapert es noch. Wieso man auch in diesem Alter Lieder über Themen wie Selbstmord und Neuanfang schreibt, Texte über verkorkste Leben, bleibt ein Rätsel, vorgetragen von einer Studentenband klingt es wie Hohn. Ein Song ala Gurley´s Cellphone Number bleibt außen vor, man will wohl seriös sein. Schade eigentlich. Ein Mann der weiser war als ich sagte einmal: „Um irgendwann in etwas sehr gut zu sein muss man lange Zeit darin sehr schlecht sein.“ In diesem Sinne war es ein guter Anfang, bitte nicht weiter probieren so perfekt zu sein wie man es einfach noch nicht sein kann.

Zusammenfassend bleibt zu sagen: Marcel war da, es gab Bier und Musik.

Ich fand´s klasse.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.