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So I Was At That PUNK Show The Other Night…

1 Mai

Am 29.04.11 fand in der Saarbrücker Garage eine Konzertveranstaltung statt. Zu Gast waren die “mächtigen” Kassierer, wohnhaft in Duisburg, beständig seit 25 Jahren. Solltet ihr dieses “Event” verpasst haben, leset doch noch, was euch entging:

Also, irgendwann zu Beginn dieses Jahres hatten wir irgendwann den Entschluss gefasst, das im April stattfindende Konzert der Kassierer zu “erleben”! Da während dieser Entscheidung “stilecht” ein paar Bier im Spiel waren, kam irgendein Vollidiot, vielleicht war ich es, auf die Idee: “Hey! Wir könnten uns doch den April über den Bart wachsen lassen und uns zum Konzert alle einen Schnurres wachsen lassen!” Die restliche Besatzung brüllte und jubelte, sie bekundeten mir lautstark ihren aufrichtigen Beifall!

Hier waren wir also, vier Monate später…

Der Lorsmeister hatte mit Abstand den eindrucksvollsten Schnauzer vorzuweisen, irgendwo zwischen Tankwart, Horst und Pornoproduzent! Meiner selbst war auch reichlich blöd, gab mir dabei aber irgendwie was von britischer Cop. Und wie der Typ, der auf Porno Sets die Dialoge schreibt. Naja, die Schnurresparade endet hier auch schon fast, bei Puhl und Richard war es jeweils nicht so behaart, als dass es peinlich gewesen wäre! Damit waren wir Suppentunker Lors und Bröselbesen Balg! Weitere schöne Spitznamen für die Moustache/Schnurres Kultur: Puderzuckerfabrik, Popelbremse, Oliba, Bauklammer, Hippielippe oder Nasennachbar! Mehr konnte ich nicht recherchieren! Wie dem auch sei, happy Moustache Day!!!

Was diese Erzählung von Mighty Moustache zu bedeuten hat, fragt ihr? Nun, sie spielt eine bedeutende Rolle das Publikum betreffend. Das Publikum der Kassierer, wie kann das wohl aussehen? Solltet ihr an Physikstudenten mit langen Pferdeschwänzen, “stylischen” Brillen und Nightwish Shirts denken, muss ich euch enttäuschen. Das waren PUNX! Heftige, harte, auf alles scheißende, das Deutschpunkklischee durch beide Nasenlöchern ziehende, haargelverschwendenden, mit Schweißdeo eingedulfte, zerschnittene Armani Hosen tragende, Mercedessterne klauende, klingelmäuschenspielende, ungefragt auf jedes Foto kommende, sich assozial fühlende und später BWL studierende PUNX! In der Garage traf ich dann auch Anna vor, sie berichtete, dass sie auf dem Weg rein bereits drei kotzende Typen gesehen hatte. Meine zwei dazugerechnet(und es WAREN DEFINITIV verschiedene)sind das fünf! Fünf kotzende Saarbrücker! Mit gefärbten Haaren! Draußen waren übrigens derart viele Bierflaschen, dass sich ein Pfandsammler von den Mengen Pfand glatt ein neues Aquarium oder sogar ein Bügeleisen hätte gönnen können. Was mich wieder zu den Schnurrbärten bringt! Diese “individuellen”, “schockierenden”, “Verwirrung stiftenden” PUNX waren nämlich selber etwas verwirrt, als sie uns mit Schnurri(wie ist die Mehrzahl von Schnurres?! Schnurresse, Schnorzen?! Schnurressissi?!)antraben sahen! Damit waren wir im Raum die größten Punks im ursprünglichen Sinne der Bedeutung!!! Damit konnten ein paar gefärbte Iros, zerrissene Hosen oder geil zerrissene ACAB Shirts wenig reißen! Wir waren es, die schocken konnten! WIR FIELEN AUF! HA! Punker, zieht eure Exploited Uniformen aus! Der Schnurres kommt wieder!!!

So, Musik gab es ja auch noch! Den Anfang machte eine Neunkirchener Band namens “Upfluss”! Nein, das ist kein Scherz! Eigentlich war der Name auch passend, denn die Musik war nicht sehr gut! Die Stimme der Sängerin klang schrill und unangenehm, und viel zu laut! Und wer kommt überhaupt auf die Idee, eine Female Punk Band vor den Kassierern auftreten zu lassen?! Ich mein, wenn die Deutschpunkszene ein assoziales Klischee zu tragen hat, findet man dieses garantiert auch auf einem Kassierer Konzert vertreten! Und so war es dann auch! Die Zwischenrufe lagen irgendwo zwischen “Ausziehen!” und “Buuhh!”. Sehr nett, ehrlich. Das wär übrigens ein guter Beitrag für die aktuell sehr aktuelle Diskussion “Sexism in Punk Rock”, aber das kommt ein andermal! Jedenfalls hatte ich stark das Gefühl, dass die Band, vor allem die Vocalistin, manchmal kurz davor waren, die Bühne zu verlassen, aber schließlich spielten sie doch eine halbe Stunde. Zum Schluss war nur noch der Drummer on stage, der ein ausgebuhtes Drumsolo vollendete und es unter Weglassen jeglicher Virtuosität zu Ende rotzte und sich damit definitiv meinen Respekt verdiente. Glückwunsch, DRUMMER, du hast dir den Respekt von dem Schnurresträger mit dem lila Aquabats Shirt verdient!

Wer war noch? Ach ja, die Kassierer! Nunja, es begann mit einer übertrieben klassischen, märchenähnlichen Ansage, ich muss sagen, mit eins der Highlights der Albernheit des Abends, direkt zu Beginn(“Horcht, da nahen sie!”)! Danach kam irgendein Lied übers Saufen! Könnt auch Ficken gewesen sein! Oder beides, weil das waren eigentlich so die Kernthemen des Abends! Im Anschluss kam noch so ein Lied, dann noch eins, und so weiter! Die Stimmung war gut, es wurde viel mitgegrölt, was leicht fiel, da bei den meisten Liedern Songtitel und Songtext identisch sind! Meistens war es einfach zu blöd, um es nicht mitzugrölen! Und überhaupt, wer kann widerstehen, wenn er Jugendklassiker wie “Komm mach die Titten frei”, “Blumenkohl am Pillermann” oder das “grandiose” “Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist” vorgetragen bekommt?! Die Kassierer gaben sich natürlich, zwischendurch vollständig nackt(“Hast du schonma so nen schönen Hodensack gesehn?”) oder auch mal die Texte ablesend, und ich muss sagen, die lässige Routine, mit denen die Band geworfenen Gegenständen ausweicht… Nicht schlecht!

Einige Evergreens später kamen die Kassierer dann auch zum Ende, zunächst mit einem kalten “Danke, tschüß”, im Anschluss nach dem “Encore”(keine Ahnungmehr , welches das letzte Lied war)dann aber noch bei einer eher in die Länge gezogenen Applauseinlage(ich fands witzig!)!

So, was kann ich über die Show sagen? Ich könnte jetzt ein paar Schlagworte wie “Arbeit ist Scheiße” oder “Gehirnvolumen” raushauen! Hm, ja, das beschreibt es nicht mal schlecht! Gut, auch zu sagen wäre, sollten die Kassierer sich ausdem Klischeepunkpublikum einen großen Witz machen, wär ich begeistert! Wenn sie es ernst meinen, bin ich irgendwie auch begeistert! Irgendwie hat das schon seine Richtigkeit dass es die Kassierer gibt! In 25 Jahren würde ich sie mir glaub ich auch nochmal angucken! Mit normalen Konzertmaßstäben kann man es nicht messen! JBO sind und bleiben die “Verteidiger des wahren Blödsinns”, Spaß beim Trinken transportieren die Dropkick Murphys auch sehr gut, und NIEMAND ist so Punk wie Ted Leo! Und GWAR sind noch 2000 Volt übertriebener!
Was ich damit sagen will? Nun, im Grunde nur, dass es sicher keines meiner Top Ten Konzerte ever war! Oder ein Konzert, von dem ich aufgekratzt meinen Enkeln erzählen werde! Aber scheiße nochmal, ich kann mit Fug und Recht behaupten, ich hab mal die Kassierer live gesehen und dabei einen Schnurres getragen! Und irgendwie sagt sich das garnicht mal so unangenehm!

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