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Herbert Malloy – Kapitel 1

13 Feb

So liebe Kinder, es gibt mal wieder listige Geschichten von Onkel Marce. Diesmal das erste Kapitel einer Detektivgeschichte aus der Zukunft. Huuuu! Viel Spaß mit dem Kram.


Es war ein unmöglicher Fall, so hieß es. Deswegen kamen sie zu mir. Unmöglichkeiten waren mein Spezialgebiet. Vor meiner Zeit als Privatermittler war ich Internetprofessor für allgemeine theoretische Physik, Philosophie und Metaphysik auf stuffyoushouldknow.org.

Bis sie beschlossen, dass ich “überqualifiziert” wäre und die Nachfrage an Bildung nicht mehr dem Angebot entsprach. Ich suchte Trost in billigen Kneipen und 24/7 Schnellrestaurants, wo der Kaffee so schwarz ist, wie die Seelen der Firmenchefs. Ich teilte meinen Tag mit anderem menschlichen Abschaum und wurde allzu oft Zeuge der realen Welt hinter den aufpolierten Hitserien und Lifestyle-Blogs. So kam ich zu meinem Job als Detektiv. Und so kam ich auch zu diesem Fall.

Mein Name ist Herbert Malloy. Und wenn die Logikprozessoren der Ermittlung für Volks Sicherheit versagen, der Kunde sich die EVS nicht leisten kann oder die Sache nicht 100% legal ist, kommen die Leute zu mir. In diesem Fall trafen alle drei Faktoren zu.

Der Auftraggeber kontaktierte mich per Instant Messaging. Was meine Aufmerksamkeit weckte, war die Tatsache, dass die Nachricht verschlüsselt war und scheinbar nicht über die üblichen, von GoogleCorp überwachten Kanäle kam. Solche Heimlichtuerei war recht ungewöhnlich, in einer Zeit, in der die Menschen mehr über sich preis gaben, als irgendjemand wissen wollen könnte  und jeder Dritte seinen Gang zur Toilette video-streamte, um die ganze Welt daran teilhaben zu lassen.

Ein weiterer Punkt, der mein Interesse forderte, war der Name, mit dem die Nachricht unterzeichnet war. Es handelte sich um einen Geist, eine bloße Erinnerung aus meinem vorherigen Leben. Jemand, der meines Wissens nach gar nicht mehr existieren dürfte.

Entweder hatte sich jemand wirklich gut über meine Geschichte informiert und wollte unbedingt meine Aufmerksamkeit oder ich wurde langsam verrückt. Aber wieso sollte jemand eine Leiche aus längst vergangenen Tage ausgraben, nur um mich neugierig zu machen? Irgendwas war hier faul.

Über den eigentlichen Auftrag verlor der fragwürdige Absender kein Wort. Nur dass es sehr riskant und so gut wie unmöglich sei. Und dass ich nicht mit einer guten Bezahlung rechnen dürfte. Ich sollte mich in einer kleinen Tee-Bar in der Nähe des Hauptsitzes der Arsenic Corporation mit meinem mysteriösen Auftraggeber treffen. Wer auch immer dachte, er könnte mich mit einem simplen Namen aus meiner Vergangenheit locken, hatte recht. Das musste ich einfach unter die Lupe nehmen.

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