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Oh Harley-Wood!

14 Mai

Wusstet ihr, dass ich seit neuestem Motorräder bemerke? Nicht etwa, weil sie mich interessieren oder sie mich neuerdings begeistern, nein, es passierte mehr durch Zufall! Und zwar fuhr ich letzten Donnerstag nach der Arbeit noch zu meinem Nebenjob aufs Land, dort betreue ich von Zeit zu Zeit in regelmäßigen Abständen einen Jungen mit Behinderung, und wenn das Wetter mitspielt, pflegen wir spazieren zu gehen. So auch an jenem Tag!

Sein Heimatdorf liegt wie eben erwähnt eher ländlich, und ich muss sagen, ich liebe die Landschaft, die man dort vorfindet, denn es wimmelt von Bäumen, Feldern und Grünflächen, und die Luft ist auch sehr angenehm! So marschierten wir also durch die sehr schlecht gemähten Feldwege(manche verlaufen sich nach einiger Zeit komplett in zugewachsene Wiesen), als wir einen gepflasterten Weg erreichten. Nach längerer Waterei war ein befestigter Weg mehr als willkommen. Und als wir so den Weg entlanggingen, vernahm ich von hinten Motorengeräusche und wir gingen beiseite! Der Junge schien ziemlich begeistert davon, doch ich dachte mir weiter nichts dabei. Auch dann noch nicht als kurz im Anschluss noch ein weiteres und dann noch ein weiteres Motorrad vorbeigefahren waren.

Als dann der Weg endete und wir an der offenen Straße standen, sahen wir uns einem einzelnen Haus gegenüber, und davor war ein Mann, der mit seinem Motorrad hin und her fuhr. Zu diesem Zeitpunkt rutschte mir ein knappes “Kurios!” heraus. Als wir kurze Zeit später in die Straße, in der er wohnt, eingebogen waren und Richtung heimwärts marschierten, standen in der Straße zwei Jugendliche aus der Nachbarschaft mit, ihr ahnt es sicher schon, Motorrädern! Ich sagte es laut: “Damit wären wir bei sechs!” (weiterlesen…)

I Hate Your Guts On Sunday

26 Feb

Und Runde 2, seit der Kontrakt reaktiviert wurde! Und wieder ist es Sonntag, und wieder haben wir alle miteinander den Arsch nicht früher hochbekommen! Soll keine Kritik sein, ich find’s witzig!

Meine Entschuldigung ist ebenso banal wie naheliegend: Ich hatte Urlaub! Eine volle Woche ohne Brebach und ohne Völklingen! Zwar hat mein Nebenjob zweimal seinen Tribut gefordert, ansonsten ging ich produktiver Arbeit gekonnt aus dem Weg! Gut, saubergemacht habe ich öfters mal, man will ja nicht, dass die Bude verdreckt, auch habe ich wieder jede Menge Ideen für das aktuelle Mr. P Projekt auf alle umliegenden Servietten gekritzelt! Was soll is sagen, Servietten mögen eine Metapher sein, vielleicht aber auch nicht!

Eine Woche Urlaub ist kurz, gerade lang genug, um seinen Schlafrhythmus zu verkorksen! Bin wieder kaum vor 3 Uhr ins Bett gekommen! Naja, war gut, was soll ich sagen! Waren auch viele gute Leute around, die Woche war also mitnichten passiv, außer in Pazifistenland Sprengen vielleicht, aber sonst NIRGENDS! Rootkid haben mal wieder ein Konzert gegeben, und meines Empfindens nach haben sich die Jungs nochmal gesteigert, es macht Spaß, zuzuhören! Auch das Publikum war diesmal nicht so passiv wie die Male davor, zwei ältere Damen waren sogar direkt hysterisch, ich fand’s super! Und dabei Odin trinken zu können ist eher erfreulich! Irgendwann war ich noch in Saarbrücken unterwegs, hab Andi’s Cousin getroffen, der einerseits irgendwie arbeiten musste, aber andererseits nur die Aufgabe hatte, den Laden zuzusperren! Er wirkte irgendwie ein wenig genervt von dieser Aufgabe, aber vielleicht kam mir das auch nur so vor!

Achja, eins noch: Gestern habe ich den neuen Film mit Tom Hanks gesehen, wie heißt er noch, irgendwie “Extrem Laut Und Unglaublich Nah” oder so, es geht um einen gestörten Jungen, dessen Vater Tom “Sau” Hanks im World Trade Center verunglückte am, ja wie kann’s auch anders sein, 17.Juni 2001! Oder irgendwie so ähnlich! Jedenfalls findet dieser gestörte Junge einen kleinen Schlüssel im begehbaren Schrank seines Vaters und macht es sich fortan zur Aufgabe, das zugehörige Schloss zu finden! Der einzige Hinweis ist der Name “Black”, der auf dem Kuvert, in dem sich der Schlüssel befand, zu lesen ist! Also besucht er alle Blacks von New York! Siehste, Andi, hätte der 29.Januar 2001 nicht in New York sondern in Saarlouis stattgefunden, wäre dieser abgefuckte, widerliche, einfach nur kranke Junge auch bei dir vorbeigekommen! Und das muss man sagen, ich hab diesen Jungen gehasst! Der Film, dieses Hollywood Drama, war so kitschig und gefühlvoll, dass man irgendwann einfach nur noch kotzen möchte, der Junge war für sein alter zu schlau und sein Schauspiel war nahezu widerlich auf Gefühl geballert, und was zum Teufel hatte John Goodman in diesem Film verloren?! Dann war da noch ein stummer Deutscher, der von einem eindeutig britischen Briten gespielt worden war! Und zwischendurch immer ein paar hübsche Gags, über die die ganze Familie lachen kann! Ja, sogar der Hund, denn sehr tief grub der Humor nun wirklich nicht!

Worauf ich hinauswill: Ich hab euch sicherlich schon erzählt, dass Clooney’s diesjähriges Drama “Ides Of March” ähnlich uninspiriert, übertrieben gefühlvoll, vom Thema her ausgelutscht und generell einfach nur nervig war, deswegen berufe ich dieses Jahr den ersten “Tropf Productions’ DÜNNES EIS Award” ein, ein Wettkampf, in dem in mehreren Kategorien ein Sieger gekürt wird, der das Eis unter seinen Füßen am meisten verdünnt hat durch neu herausgebrachte Ergüsse! Aus den Bereichen Musik und Literatur ist mir noch nichts aufgestoßen… NOCH nicht! Wobei, zu 2011, Marcel, die Band die du mir heute morgen geschickt hast, die mit den Dinosauriern, die war ganz schön scheiße! Ich mein so richtig! Du hast etwa 65 Facebook-Nachrichten von mir, in denen ich dir detailliert erklärt habe, warum ich das Album hasse! Also, ich appeliere an euch, seid mit mir aufmerksam, wer tut Dinge, mit denen er sich hier nicht gerade beliebt macht! Kategorien können nach Belieben hinzugefügt werden, mit Sport kenn ich mich nicht aus, Triviales ist eh immer gut, und selbst bei Schauspielerei muss es nicht um die FIlme selbst gehen! Wenn irgendein Schauspieler außer Ben Stiller Geld an die Stiftung für Kinder, die nicht so gut lesen können, spendet, steht er drauf! PENG!

Langer Rede kurzer Sinn: Ich bin gespannt auf die ganzen nominierten Fehlschläge die da kommen mögen!

Hunter B. Thommsen: Die Romantik Des Fliegens

16 Dez

Wisst ihr, ich bin mal geflogen! Warn cooles Gefühl, und es ereignete sich einfach! Weihnachten stand kurz bevor, und irgendwie war das Weihnachtsgefühl vorhanden! Alte Weihnachtslieder wurden ausgetauscht und noch einmal abgefeiert, ganz wie in alten Tagen! Und überhaupt, the way die Dinge liefen war sehr zufriedenstellend! Die Welt war schön, wie sie war! Verpflichtungen wurden über die Bühne gebracht und erfolgreich ausgeführt! Es bestand gewissermaßen ein Einklang mit den Mitmenschen! Erste Geschenke wurden verkauft und Ideen wurden gesammelt! Und man konnte sich jederzeit darauf verlassen, dass die Möglichkeit bestand, die Freizeit mit guten Menschen zu verbringen! Fucking awesome! Eines Freitags, nach einem souveränen Arbeitstag war Gemütlichkeit angesagt! Ich kam heim und legte erst einmal die Arbeitshose ab zugunsten einer Jogginghose, nahm mir eine erfrischende Limonade zur Hand, machte mir ein köstliches Sandwich mit jeder Menge Hühnchenstücken darauf, legte eine Platte von They Might Be Giants auf, machte es mir bequem…und dann flog ich weg!

Marcellllllllllllllllllllllllllllll! Lllllllllllllllllllllllllllllllll!

2 Dez

Jo, also ist es mal wieder soweit! In den vergangenen Jahren gab es zweimal ein Motörhead- Konzert drumherum, aber dieses Jahr läuft es wohl etwas trauriger! Nichtsdestotrotz ein zu feiernder Tag, hat doch der Marcel heute eher Geburtstag! In diesem Sinne natürlich Gratulation! Meinerseits! Ich freu mich jetzt schon drauf, wenn wir mal wieder Konzertluft schnuppern gehen! An diese Stelle sei ein “Toi Toi Toi” beigefügt! Ansonsten, tja ansonsten, ich hoffe es geht dir gut da drüben, allzu oft hört man sich in letzter Zeit nicht, aber immer noch regelmäßig! Ich hoffe das Katzenstreu und das Triere Fucking Nightlife lassen sich nach wie vor tolerieren! Wäre schön, wenn man sich dieses Wochenende noch träfe, denn der ein oder andere deiner Geburtstage war legen…warte kurz, der Witz is mir viel zu blöd! Aber du weißt, was ich meine! Ich hoffe, du vergisst zwischen all dem Saufen und Rumsumpfen nicht, die nächste Mr. P Episode zu realisieren, die erste hat mit 17 Klicks in nur zwei Tagen schon einen erdrutschartigen Erfolg erzielt, der den Weg für unser Comeback bahnen soll! Ein tadelloser Sieg, zweifelsohne! Eins sei noch gesagt, ich verzichte heute einfach mal darauf, eine Laudatio zu halten, da ich sicher bin, dass eine solche bereits in den letzten Jahren performt wurde und dort bereits alles gesagt worden war! Kennst ja deine Marotten, ne, Marcel? Marcel! Ne?

Außerdem könnte es sein, dass KW das noch tut! Dein Geschenk haste ja, fehlt nur noch Bier! Vielleicht kriegen wir es wie gesagt hin, dieses Wochenende eins zu trinken! Zum Abschluss denk dir ein beliebiges Frank-The-Tank-Zitat und fühl dich gefeiert!

sinnloses Gewäsch (Pseudo-Poesie)

6 Nov

Rauch verfing sich im Kleid

der alten Ulme

Geister aus Pappe und unerfüllten Wünschen

Halbherzig zusammengekleistert

das Herz in einem Meer aus Sand

kein Kinderlachen

aber der Geruch verbrannten Fleisches

 

Zusammen saßen sie um den orangefarbenen Götzen

mit blendenden Augen und aufgerissenem Maul

 

Stimmen

kein Flüstern, lauter

zu laut um echt zu sein

aufgebläht und übertrieben

wie schlechte Werbung, Plastikblumen

oder Obst aus Wachs

 

Dahinter ihr Leben

das ewig Gleiche

in Endlosschleife, bis das Licht ausgeht

darauf trinken sie

lieber noch einen mehr, man weiß ja nie

 

hinter Masken für ihre Jungen,

aber nur versteckt vor sich selbst

verängstigt vor ihrem Schatten

und Vergessen zwischen Pressholz-Grabsteinen

und falschen Spinnweben

heute wird gefeiert

morgen gibt es Kürbissuppe

Penispoesie

6 Nov

Eigentlich wollte er garnichts trinken

Eigentlich wollte er den letzten Bus nehmen

Eigentlich wars auch ziemlich langweilig.

 

Vielleicht war das der Grund?

Zu langweilig um zu gehen

Zu langweilig um zu bleiben.

 

Ja, ok, ein Bier-

Was? Nein, ich studier.

Ja, echt übelste Schwanzparty hier.

Schweigen

Noch ein Bier .

 

Auf einmal fängt er an zu tanzen

Die Vorhaut wippt hin und her-

Scheiße, was mach ich hier?

 

Kein Schwanz mehr da den er kennt

Was, schon 5:00 Uhr?

Fragt er und rennt

Rennt gegen die Tür,

Stolpert durchs Treppenhaus

Nix wie raus-

Kotzt auf den Gehweg

Torkelt nach Haus.

 

Schnitt

Wird Nachmittags wach,

Falten im Gesicht

Kopfschmerzen im Schritt.

 

Schaut sich verkatert im Spiegel an

Kratzt sich am Sack

Ein leichtes Kopfschütteln

Und ab.

Eine Lordatio

17 Jul

Den Text für diese Woche widme ich dem Jubilaren der Woche, bekannt unter vielen Namen, unter anderem Lorsmeister, Buffalo Lors, Peppschmier, Lolo, Dungeonmaster Lors, Lorsinator and the list goes on and on and on, aber am bekanntesten ist er einfach unter seinem Namen, also nicht seinem Vornamen, eher unter seinem Nachnamen, dieser Text geht also raus an Lorson!

Neulich, als ich zum dritten oder vierten Mal den glorreichen Film “Männer Die Auf Ziegen Starren” geschaut habe, fiel mir auf, dass die Beschreibung eines Jedis perfekt auf den guten alten Lorson passt! Wie ein Jedi kommt auch er in einen Raum und kann sämtliche Lichtquellen, sämtliche Steckdosen und sonstige technische Errungenschaften ausmachen, ohne sich umsehen zu müssen! Ich bin sicher, dass Lorson auch seine Moleküle so anordnen kann, dass er durch eine Wand gehen kann! Oder hat jemand Lorson mal gegen eine Wand knallen gesehen?

Über seine Gabe, mit Computern und Robotern zu kommunizieren, wo wir anderen nur Unmengen Einser und Nuller sehen, muss auch nicht gestritten werden, dennoch ist es eine ziemlich beeindruckende Show, ihn mit eben diesen Apparaten arbeiten zu sehen!

True story, Lorson ist der coolste Feuerwehrmann der Welt! Period!

Natürlich beschränkt sich Lorson nicht nur auf die Technik, nein, er ist auch eine Art neuzeitlicher Easy Rider, wenn er mit seinem Motorrad durch die Hills of Werbeln düst! Obendrein ist er auch ein Naturbursche und Dauercamper, fragt ihn irgendwas über Camping, Zelte oder Erdpferde, und ihr werdet sehen, eine zu schwere Frage existiert nicht in Lorsonville!

Ein weiteres Steckenpferd des Lorsmeisters liegt ganz klar in der M-E-T-A-L Welt, besser gesagt im guten alten dreckigen Rock N Roll! GWAR, Sick Of It All, die grandiosen Kassierer, JBO, Napalm Death, Motörhead, Dropkick Murphys und Wizo sind nur ein paar zu nennende Namen, um die gemeinsame Konzerthistorie auszuführen, die uns verbindet! Aber sein Held dürfte unser aller Held Lemmy sein, davon sei auszugehen!

Und wenn jemand mal ein paar Empfehlungen für gute 80er Jahre(oder 80er Jahre Stil-) Horrorfilme braucht, einfach Lorson fragen!

All das sind Attribute, die ihn beschreiben, doch ich glaube, die meisten von uns schätzen ihn einfach um seiner Art wegen, weswegen ich es, stellvertretend für die ganze Tropftasia-Community(Apropos, hallo, Andi “businessstrand”), für mehr als angebracht halte, diesen Text zu Ehren des Lors zu verfassen! Also öffnet das nächste Dosenbier, das ihr zu krallen kriegt, und nehmt einen tiefen Schluck auf Lorson! Bleibt eigentlich nur noch “SLAYER!!!” zu sagen!

The Aging Starlet

22 Mai

“Da drüben steht sie wieder, redet mit einem Tontechniker, offensichtlich versucht sie zu flirten, doch sie ist beinah doppelt so alt wie er, zumindest sieht es so aus, daher scheinen ihn ihre Avancen kalt zu lassen. Es ist Donnerstag morgen, 8.39 Uhr, momentan laufen die Dreharbeiten zu einem Kammerspiel, in dem es um Mäusejagd geht. Oder irgendwie sowas. Sie wirkt müde und erschöpft, doch gibt sie sich ausgelassen und fröhlich, ihr Lachen so laut und unterschwellig hysterisch, dass man merkt, dass etwas ziemlich schief gelaufen ist.

Wisst ihr, ich kenne sie schon lange, ich hab sie vor 15 Jahren das erste Mal getroffen, sie ist ein Jahr vor mir angefangen, damals war sie noch zarte 24 Jahre jung. Und schön, kann ich euch sagen! Sie war von solch bezaubernder Schönheit, einer Schönheit von der Sorte, dass man, wenn man sie auf der Straße gesehen hatte, einen Moment stehen bleiben musste, um sich noch einmal umzudrehen! Ihr bezauberndes Lächeln hätte jederzeit den härtesten Büffel umgeworfen. Und man sollte meinen, dass eine solche Frau eine gewisse Arroganz aufweist, aber falsch! Ihre Art war ebenso bezaubernd wie ihr Äußeres! Ich weiß noch, als ich sie das erste Mal traf, war ich im ersten Moment so perplex, ich brachte kein Wort heraus, lediglich verlegenes Gestammel. So umwerfend war sie!

Nun, ihr könnt euch sicher vorstellen, dass dementsprechend die halbe Filmcrew hinter ihr her war, der Kameramann, der aufstrebende Regisseur, sogar der Typ, der immer das Kabel von der Kamera gehalten hat! Und ein paar andere. Aber sie, naja, sie war verschossen in diesen jungen Schauspieler. Kein besonders Begabter Schauspieler, aber er sah wohl gut aus. Und die Frauen lagen ihm zu Füßen! Sie umschwarm ihn sehr lange Zeit, sie flirtete ausgiebig, und irgendwann verbrachten sie dann die Nacht zusammen. Er sagte ihr, ihm wäre nicht nach einer Beziehung zumute, und sie behauptete, ihr ginge es genauso, daher wäre eine lockere Affäre in Ordnung für sie. Hat sie jedenfalls gesagt.

Die Zeit schritt voran, sie betonte immerzu, dass ein lockeres Verhältnis ok für sie wäre, doch blieb sie beharrlich. Sie versuchte es zunächst mit netten Gesten, dann wurde das Buhlen um Aufmerksamkeit und Zuneigung etwas beharrlicher und vermehrt. Die Avancen der anderen wies sie stets ab, da sie die Hoffnung nie aufgeben wollte, dass irgendwann vielleicht doch mehr sein könnte. Der Kabeltyp hat sie mal zum Essen einladen wollten, aber er bekam eine freundliche aber dennoch demotivierende Zurückweisung! Der Kameramann war sehr verliebt in sie, er versuchte es sehr lange Zeit, seine Energie und sein Durchhaltevermögen waren bemerkenswert, doch im Endeffekt wurde er doch von der bitteren Realität übermannt. Er wäre für sie bestimmt bis ans Ende der Welt gegangen. Der Regisseur war da weniger konsequent, er versuchte es ein paar Mal auf die plumpe Tour, was keinen besonderen Eindruck hinterließ. Sie blieb ihren Träumen treu und wartete weiter.

Sie folgte ihm auf eine Reise, die er im Rahmen seiner Karriere unternehmen musste, nach Schottland. Sie erhoffte sich viel von der Reise, doch musste sie ihn letztlich mit anderen Frauen betrachten, meistens war er high bis in die Haarspitzen und mit dem Gesicht in einem der anderen Starlets verschwunden. Doch sie hielt durch.

Sie hielt länger durch, als ich es je vermutet hätte, doch wurde auch sie mit der Zeit älter. Nicht, dass sie unansehnlich geworden wäre, sie nahm lediglich ein paar Pfund zu und trug die üblichen Gebrauchsspuren des Älterwerdens davon. Die Zeit verging, der Regisseur hat immer mal wieder ein paar Starlets vernascht, und als eine schwanger wurde, heiratete er diese eben. Der Kameramann kündigte irgendwann seinen Job und wandte sich neuen Aufgaben zu. Der Kabeltyp traf irgendwann eine Frau, die weniger anspruchsvoll war und heiratete sie. Sie sind inzwischen 10 Jahre verheiratet. Ich bin mir fast sicher, dass ein paar davon glücklich gewesen sind!

Doch sie, sie blieb allein. Irgendwann vor nicht zu langer Zeit zog er nach Alaska um. Sie wollte ihn begleiten, doch wies er sie zurück und machte ein letztes Mal unmissverständlich klar, dass sie in seinem Leben nicht Die, sondern nur Eine ist und immer gewesen ist. Und da musste sie sich mit dem Wissen abfinden, dass sie für ihn immer nur eine gewesen ist und er für sie… nunja, nicht!

Er ist inzwischen weg, die meisten anderen auch, nur sie nicht. Sie und ihre Träume befinden sich auch heute noch in diesem Studio. Inzwischen scheint ihre allgemeine Anziehungskraft verflogen, ebenso wie ihre Ansprüche. Tag für Tag schleppt sie sich in dieses verdammte Studio, nagend an der Erkenntnis, dass die Zeit niemals halt macht und dass manche Dinge einfach nicht so ablaufen wie man es von all den Filmen, an denen sie mitgearbeitet hat, gezeigt bekommt…

Meister T

22 Mai

Blitze schlängelten sich aus den dunklen Wolken, wie strahlende Schlangen die aus ihrem Nest flohen. Der Regen tauchte die Stadt in einen Schleier aus schwarz und Grautönen. Selbst die sonst so grellen Werbetafeln und Scheinwerfer verloren sich im nächtlichen Gewitter. Meister T stand am offenen Fenster des enormen Betonbaus und blickte in die Nacht.
Die graue Robe um sich gewickelt, grübelte der Meister sich einen ab, ob er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Durfte er diese Entscheidung überhaupt treffen? Fast 70 Jahre Lebenserfahrung und die beste Ausbildung, die man sich vorstellen kann, halfen ihm in diesem Moment nicht weiter. Der Lauf der Geschichte lag nun in seiner Verantwortung und nach all diesen Jahren der Aufopferung und Vorbereitung, war er sich jetzt nicht mehr sicher, ob er diese Verantwortung tragen wollte. Zwar stand der Rat hinter ihm, doch war es letztendlich sein Entschluss, der das Schicksal der Menschheit entscheiden würde. Er konnte es nicht tun. Aber er musste. Seit über einem Jahrhundert hatte sein Orden auf diesen Moment hin gearbeitet, doch was sind hundert Jahre gegen Millenia der menschlichen Entwicklung? Hatte er wirklich eine Wahl? Was wenn er sich dagegen entschied? Die anderen Meister seines Ordens würden das sicherlich nicht hinnehmen. Zwar kämpften sie für eine gerechtere Welt, doch wurden dafür schon zu viele Opfer gebracht, als dass ein Mann mehr ihre Ansichten umlenken könnte. Er musste sich entscheiden. Wenn er es tat, würde sein Name die Zukunft überdauern. Ob als Erlöser oder als Richter der Menschheit. Wenn er es nicht tat, würde es jemand anders tun und auch er konnte daran nichts mehr ändern.

Ein Blitz erhellte den langen Raum und eine Windböe löschte die zahlreichen Kerzen, die überall verteilt waren. Ruft den Rat zusammen, ertönte die Stimme des Meisters, die aus unendlicher Ferne zu kommen schien, das Gewitter jedoch mühelos übertönte. Aus den Schatten neben der Tür löste sich ein grauer Schemen und verschwand in der Dunkelheit. Das Urteil war gefällt, nun lag es an ihnen es zu vollstrecken.

Philmore und die Artischocken – Part 5

8 Mai

Philmore lief und lief, bis ihm klar wurde, dass er garnicht wusste wohin. Trotzdem lief er zielstrebig weiter, als würde er von einem unsichtbaren Ziel angezogen. Ihm war, als stünden um ihn herum überall riesige neonerleuchtete Reklametafeln. Doch war dort nur der dunkle Wald, in dessen Schatten er sich immer weiter seinem ungewissen Zielort entgegen schleppte. Es musste von allerhand Getier wimmeln, doch nahm Phil davon kaum etwas wahr. Nur ein wager Gedanke daran, dass er sich in einem dunklen Wald befand, verband seinen Verstand mit der Tatsache, dass er sich in einem dunklen Wald befand. Urplötzlich blieb er stehen. Er sah sich um und erblickte nur Finsternis. Nur Finsternis und ein riesiges Schild mit der Aufschrift Bingo’s Gebrauchtwaren und Allerlei. Da Phil sich nun langsam bewusst wurde, dass er sich irgendwo in einem dunklen Wald befand, ging er näher zu dem ominösen Schild. Vielleicht hatte es ja irgendeine Bedeutung. Doch bevor er drei Schritte tun konnte, verschwand der Boden unter seinen Füßen und er fiel.

Abermals Finsternis. Finsternis und der seltsame Geruch von alten Möbeln, Messing und Mottenkugeln. Nach ein paar ewigen Augenblicken schienen sich seine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen und er erkannte ein schwaches Glühen vor sich. Wie weit es entfernt war, konnte er nicht sagen, doch bewegte er sich wie in Trance darauf zu. Dann knallte er volle Kanne gegen etwas hartes. Benommen stellte er fest, dass er gerade gegen eine Wand gelaufen war. Das Glühen war noch immer direkt vor ihm und er streckte seine Hand danach aus. Geblendet taumelte er zurück, als sich das Glühen als ein Lichtschalter herausstellte und der ganze Raum plötzlich in ein gleissendes Licht getaucht wurde.

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