Wow, selten ein so konsumentenfreundliches Festival gesehen! Haha, mit dem blöden Satz wollt ich schon immer mal nen Text eröffnen! So…yeah…yeah, wir waren dieses Jahr erstmals auf dem in Meerhout stattfindenden Groezrockfestival! Und wir, das sind KW, das Bürstchen und ich, haben es nicht bereut! Irgendwann am Freitag nach Feierabend luden wir das Biest voll mit unserem Stuff und pilgerten gen Belgien! Und schließlich, nur wenige Stunden später als geplant, kamen wir vor dem Gelände an, waren zunächst einmal entsetzt, wie weit der Parkplatz von Campingplatz und Gelände weg war und schleppten unseren ersten Kram Richtung Ziel! Unterwegs trafen wir noch Kontaktpersonen aus Kante Osnabrück, namentlich Lammo und Conner, und nahmen sie mit! Vorort waren wir erst einmal entsetzt über die ekelhafte Organisation der Campingkartenverkaufsstandorganisation! Zwei Häuschen, zwei Wege die hinführten, jedoch… kein Weg, der von dort wegführte, nachdem man fertig war! Die Folge war natürlich ein unmenschliches Gedränge, und geraume Zeit später besaßen wir jene Campingbändchen, die wir brauchten! Sie waren rosa.
Auf dem Zeltplatz selbst war es dann auch nicht besser, Aufpasser standen da mit einer Schnur, und teilten dir einen streng limitierten Platz für dein Zelt zu. So kam es, dass Zelt an Zelt gepresst war und dazwischen nicht einmal 12 Pommes Platz gehabt hätten! Habe ich erwähnt, dass das Gepäck nirgends kontrolliert wurde? Nächstes Mal bring ich Crystal Meth und ne Splittergranate mit! Warum? Weil sie mich nicht davon abhalten!
Neben uns campten eine Reihe von Hausstädtern, die eigentlich nur zum Campen angereist kamen, sich jedoch optimistisch gaben, das Festivalgelände am Sonntag zu betreten! Dazu später mehr! Jedenfalls trafen wir diese Individuen, wannimmer wir ans Auto oder sonstwohin liefen, die drei erstreckten sich über das Wochenende wie ein verdammtes Leitmotiv! Aber die Jungs waren schwer in Ordnung, da kann man echt nicht meckern! Gute Nachbarschaft, soviel dazu! Irgendwann in der Nacht hielten KW und ich es für eine gute Idee, die Getränke vom Auto schon heute auf den Zeltplatz zu tragen! Heraus kam eine zweistündige Odyssee mit mittelschweren Rückenproblemen! Aber gleich einem verdammten Bummerang kamen wir schließlich zu unserem Zelt zurück. Und tranken. Bis wir schlafen gingen.
TAG 1! “Komm, beeilt euch, wir müssen Chixdiggit gucken!” Haha, jetzt schon ein Klassiker! Unnötig zu erwähnen, dass wir sie verpasst hatten! Den Anfang am Samstag machte die Band Authority Zero, und weder KW noch ich waren überzeugt, und so beschlossen wir, das ehrenwerte “Drei Bier Fünf Euro”- Angebot wahrzunehmen! Im Anschluss trabten wir rüber zu den Bouncing Souls und ihrem Acoustic- Set, was aber, ebenso wie ihr später folgendes Punkrockset, nicht so recht überzeugen konnte. Wo war denn bitte “Gasoline”?! Naja, wenigstens wurde “Lean On Sheena” gespielt. Zweimal.
Danach folgte ein erster Überraschungserfolg, nämlich die anscheinend immer populärer werdende Band Royal Republic, zu denen uns Matze geraten hatte! Was soll ich sagen, We did alright, seinem Rat zu folgen! Denn der Sänger punktete durch seine arrogante Aura, die schon gewisse Mike Ness/Noel Gallagher- Qualitäten aufwies! Und wir mögen diese Art Arroganz, daher wurde das Set hart abgefeiert! Fandango!
Danach folgte etwas phänomenales, eine meiner absoluten Favourite Bands, diese großartige Band namens Off With Their Heads! Die Etnies Stage, welche ohne Security und Barrieren an der Bühne auskam, war der perfekte Platz, und sie spielten wie gewohnt wunderbar, und bei “I Am You” konnte ich nicht widerstehen, auf die Bühne zu klettern und ne Tour mitzusingen! Danach folgte, wenn auch eher zaghaft, mein erster Stage Dive EVER! Und eigentlich war es ganz cool!
Danach hatten wir ein bisschen Pause, welche wir auf dem Zeltplatz fristeten! Irgendwann waren wir dann in der Mitte des Sets von Face To Face aufgetaucht, welche uns auch nicht allzusehr vom Hocker reißen konnten! Rückblickend wurmt es mich etwas, dass wir in der Zeit nicht das Set von Hazen Street angeschaut hatten. Und das nicht, weil Tim Armstrong uns später am Abend noch ermahnen sollte, dass wir sie hätten sehen sollen, sondern weil ich sie mir inzwischen angehört habe! Sie rocken! Scheiße!
Naja, dafür haben wir Lagwagon gesehen, musikalisch immer noch so wenig mitreißend wie eh und je, aber immerhin war die Lautstärke endlich mal angemessen, den ganzen Tag, wannimmer wir an der Mainstage waren, empfand ich die Musik als etwas leise! Naja, angenehm aber unspektakulär ging das Set von Lagwagon zu Ende und wir kämpften uns nach vorne Richtung Rancid! Übrigens, kleiner Seitenhinweis: Wenn ihr in die ersten Reihen kommen wollt, macht euch steif und hoppelt straight nach vorne! Ich garantier, das funktioniert!
Ja, also Rancid! Alt sind sie geworden, Lars Frederiksen komplett ohne Haare, Tim Timebomb in typischem Punk Rock Professor Look, die anderen beiden wie gehabt! Sie rockten sich durch ein solides Set, sie spielten einwandfrei und es machte extrem Spaß, die Jungs abzufeiern, ich hätte mir lediglich die ein oder andere Überraschung im Set gewünscht! Was soll’s, es hat Spaß gemacht! Und über “Hooligans” hatte ich mich dennoch gefreut, und “East Bay Night” knallt live tausendmal mehr als auf Platte! Nicht das Niveau der Show, die KW und ich 2008 in London bewundern durften, dennoch mehr als sehenswert!
Setlist:
Radio
Roots Radicals
The Way I Feel
Bloodclot
Journey To The End
Dead Bodies
East Bay Night
Hooligans
Maxwell Murder
Old Friend
Last One To Die
The 11th Hour
Olympia WA
Salvation
Adina
Nihilism
Listed MIA
St. Mary
It’s Quite Alright
I Wanna Riot
Rejected
Gunshot
Something In The World Today
Fall Back Down
The War’s End(Lars Solo)
Black And Blue
Time Bomb
Encore:
Tenderloin
Ruby Soho
Und schon kam Tag 2! Unsere erste Show an diesem Tag war das extrem vorzügliche Set der Deppenpunkkapelle Zebrahead(No Offense), und wenn das mal nicht Spaß gemacht hat! Wie viele Bands haben heutzutage schon Cocktailbar und Pool auf der Bühne! Und hey: Sie haben “Playmate Of The Year” gespielt! Wuuuu, FUCK! Weltklasse! Ich mag die Jungs!
Weiter ging es mit dem Acoustic Set von Anti-Flag, und es war FANTASTISCH! This is…the end…for you, my friend! Turncoat…Killer! Und sie haben meinen Lieblingstrack von Justin Sane’s Soloplatte, “Days Turned To Nights”, gespielt! Ich war hellauf begeistert und mehr als begeistert! Die Jungs wussten sowohl durch musikalische Qualität als auch durch Sympathie zu überzeugen! Später, auf dem Stromset der Jungs, sollten wir dann unsere Hausstädter Freunde auf dem Festivalgeländer treffen! SIE HABEN’S GESCHAFFT! SIE HABEN’S GESCHAFFT! Unnötig zu erwähnen, dass auch das Punkrockset auf ganzer Linie zu gefallen wusste! DIE FOR YOUR GOVERNMENT! Haha!
Naja, nach dem Acoustic Set ging es Schlag auf Schlag! Zunächst machten wir einen Abstecher zu den Old Firm Casuals, dann gingen wir wieder, und zwar zu den Cobra Skulls! Gott, waren die wütend! Und dann ohne Zwischensequenz weiter zu Hot Water Music! Also die waren geil! Chuck Ragan, du saufreundlicher Mistkerl! Deine Road Crew hat eine sehr dankbare Aufgabe! Schon ne super Band, da gibt es nichts!
Danach folgte ein Abstecher zum Zeltplatz zwecks Gin Tonic und Käsebrot, danach schauten wir den Rest vom Set von Alkaline Trio! War ganz nett. Danach folgten die Bronx, laut und brachial, man könnte sagen, sie wussten zu ballern! Während dem Anti-Flag Set und ein paar tadellosen Circle Pits spaltete sich Matze vorübergehend ab, um Dave Hause zu bewundern! Er lobte es!
Danach begann allmählich der Ausklang, und Ausklang funktioniert gut Acoustic! Tom Gabel schenkte uns einige Against Me!- Tracks as well as ein paar von seiner Soloplatte, welche übrigens auch in meiner Plattenkollektion zu finden ist! Unwichtige Seiteninformation! Das Set war großartig, Highlights waren “White Crosses” und das mit Chuck Ragan’s Backing Band performte “Anna Is A Stool Pigeon”! Oh yeah, das war ein grandioses Set!
Der Acoustic- Headliner Chuck Ragan brachte es dann noch einmal in großem Stil auf den Punkt! Er ist der Mann, der Acoustic-Solo Projekte und Streicher im Punk Rock cool gemacht hat, und niemand macht es so cool wie er! Eine Stimme wie ein Riese, mit teilweiser Unterstützung von Dav Hause und glücklicherweise auch inzwischen wieder mit Bart! Stolze drei Zugaben hatte er auch gegeben, zum Finale sang er ein Stück ohne jegliche Instrumente und während er das tat, sagte im ganzen Raum niemand ein Wort! Andächtige Stille war geboten!
Refused wurden uns extrem schnell langweilig, so gingen wir zum Zeltplatz und ließen das Festival ausklingen! Matze ging pennen, und KW und ich vertrieben uns die Zeit damit, Leute zu fragen, ob sie ihre Hosen wirklich noch brauchen! Oder Fremde zu umarmen, die wir mit Freunden verwechselt hatten! So gerieten wir an ein paar enthusiastische Franzosen, und was folgte, war die pure Diplomatie! Gemeinsamer Konsum von irgendso einem Anisscheiß folgten, Naked Fives wurden ausgetauscht und Außenstehenden wurden unsere berühmtesten Bazingas gespielt! Damn funny! Und alle durch ein schlechtes Englisch vereint! Epic! Ein herrlich europäisches Gefühl, Englisch sprechen wir alle gleich schlecht!
Apropos Sprachen sprechen, wenn ihr auf einem Campingplatz mit tausenden von Leuten geratet, ein Mädel ansprecht und vorgebt, Ägypter zu sein, wie wahrscheinlich ist es da, dass sie arabisch kann? FRAGT MICH MAL!
Irgendwann fuhren wir also heim und blickten einerseits zurück, zurück auf ein Wochenende voller Punkrock, Bier, Camping und guten Leute, andererseits blickten wir jedoch auch vorwärts! Sehr vorwärts sogar, denn keiner konnte es erwarten, endlich zu duschen und sich ein paar Stunden ins Bett zu placken! Schön war es, fürwahr, und auch wenn wir zwischendurch bangen mussten, ob das Benzin genügt, erreichten wir dennoch letztendlich unser Zuhause! In Luxemburg für 4.30 € zu tanken tut weh, kann ich euch sagen! Aber wie heißt es doch so schön: Ente gut, alles gut! Eher!
















