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Groezrock 2012

6 Mai

Wow, selten ein so konsumentenfreundliches Festival gesehen! Haha, mit dem blöden Satz wollt ich schon immer mal nen Text eröffnen! So…yeah…yeah, wir waren dieses Jahr erstmals auf dem in Meerhout stattfindenden Groezrockfestival! Und wir, das sind KW, das Bürstchen und ich, haben es nicht bereut! Irgendwann am Freitag nach Feierabend luden wir das Biest voll mit unserem Stuff und pilgerten gen Belgien! Und schließlich, nur wenige Stunden später als geplant, kamen wir vor dem Gelände an, waren zunächst einmal entsetzt, wie weit der Parkplatz von Campingplatz und Gelände weg war und schleppten unseren ersten Kram Richtung Ziel! Unterwegs trafen wir noch Kontaktpersonen aus Kante Osnabrück, namentlich Lammo und Conner, und nahmen sie mit! Vorort waren wir erst einmal entsetzt über die ekelhafte Organisation der Campingkartenverkaufsstandorganisation! Zwei Häuschen, zwei Wege die hinführten, jedoch… kein Weg, der von dort wegführte, nachdem man fertig war! Die Folge war natürlich ein unmenschliches Gedränge, und geraume Zeit später besaßen wir jene Campingbändchen, die wir brauchten! Sie waren rosa.

Auf dem Zeltplatz selbst war es dann auch nicht besser, Aufpasser standen da mit einer Schnur, und teilten dir einen streng limitierten Platz für dein Zelt zu. So kam es, dass Zelt an Zelt gepresst war und dazwischen nicht einmal 12 Pommes Platz gehabt hätten! Habe ich erwähnt, dass das Gepäck nirgends kontrolliert wurde? Nächstes Mal bring ich Crystal Meth und ne Splittergranate mit! Warum? Weil sie mich nicht davon abhalten!

Neben uns campten eine Reihe von Hausstädtern, die eigentlich nur zum Campen angereist kamen, sich jedoch optimistisch gaben, das Festivalgelände am Sonntag zu betreten! Dazu später mehr! Jedenfalls trafen wir diese Individuen, wannimmer wir ans Auto oder sonstwohin liefen, die drei erstreckten sich über das Wochenende wie ein verdammtes Leitmotiv! Aber die Jungs waren schwer in Ordnung, da kann man echt nicht meckern! Gute Nachbarschaft, soviel dazu! Irgendwann in der Nacht hielten KW und ich es für eine gute Idee, die Getränke vom Auto schon heute auf den Zeltplatz zu tragen! Heraus kam eine zweistündige Odyssee mit mittelschweren Rückenproblemen! Aber gleich einem verdammten Bummerang kamen wir schließlich zu unserem Zelt zurück. Und tranken. Bis wir schlafen gingen.

TAG 1! “Komm, beeilt euch, wir müssen Chixdiggit gucken!” Haha, jetzt schon ein Klassiker! Unnötig zu erwähnen, dass wir sie verpasst hatten! Den Anfang am Samstag machte die Band Authority Zero, und weder KW noch ich waren überzeugt, und so beschlossen wir, das ehrenwerte “Drei Bier Fünf Euro”- Angebot wahrzunehmen! Im Anschluss trabten wir rüber zu den Bouncing Souls und ihrem Acoustic- Set, was aber, ebenso wie ihr später folgendes Punkrockset, nicht so recht überzeugen konnte. Wo war denn bitte “Gasoline”?! Naja, wenigstens wurde “Lean On Sheena” gespielt. Zweimal.

Danach folgte ein erster Überraschungserfolg, nämlich die anscheinend immer populärer werdende Band Royal Republic, zu denen uns Matze geraten hatte! Was soll ich sagen, We did alright, seinem Rat zu folgen! Denn der Sänger punktete durch seine arrogante Aura, die schon gewisse Mike Ness/Noel Gallagher- Qualitäten aufwies! Und wir mögen diese Art Arroganz, daher wurde das Set hart abgefeiert! Fandango!

Danach folgte etwas phänomenales, eine meiner absoluten Favourite Bands, diese großartige Band namens Off With Their Heads! Die Etnies Stage, welche ohne Security und Barrieren an der Bühne auskam, war der perfekte Platz, und sie spielten wie gewohnt wunderbar, und bei “I Am You” konnte ich nicht widerstehen, auf die Bühne zu klettern und ne Tour mitzusingen! Danach folgte, wenn auch eher zaghaft, mein erster Stage Dive EVER! Und eigentlich war es ganz cool!

Danach hatten wir ein bisschen Pause, welche wir auf dem Zeltplatz fristeten! Irgendwann waren wir dann in der Mitte des Sets von Face To Face aufgetaucht, welche uns auch nicht allzusehr vom Hocker reißen konnten! Rückblickend wurmt es mich etwas, dass wir in der Zeit nicht das Set von Hazen Street angeschaut hatten. Und das nicht, weil Tim Armstrong uns später am Abend noch ermahnen sollte, dass wir sie hätten sehen sollen, sondern weil ich sie mir inzwischen angehört habe! Sie rocken! Scheiße!

Naja, dafür haben wir Lagwagon gesehen, musikalisch immer noch so wenig mitreißend wie eh und je, aber immerhin war die Lautstärke endlich mal angemessen, den ganzen Tag, wannimmer wir an der Mainstage waren, empfand ich die Musik als etwas leise! Naja, angenehm aber unspektakulär ging das Set von Lagwagon zu Ende und wir kämpften uns nach vorne Richtung Rancid! Übrigens, kleiner Seitenhinweis: Wenn ihr in die ersten Reihen kommen wollt, macht euch steif und hoppelt straight nach vorne! Ich garantier, das funktioniert!

Ja, also Rancid! Alt sind sie geworden, Lars Frederiksen komplett ohne Haare, Tim Timebomb in typischem Punk Rock Professor Look, die anderen beiden wie gehabt! Sie rockten sich durch ein solides Set, sie spielten einwandfrei und es machte extrem Spaß, die Jungs abzufeiern, ich hätte mir lediglich die ein oder andere Überraschung  im Set gewünscht! Was soll’s, es hat Spaß gemacht! Und über “Hooligans” hatte ich mich dennoch gefreut, und “East Bay Night” knallt live tausendmal mehr als auf Platte! Nicht das Niveau der Show, die KW und ich 2008 in London bewundern durften, dennoch mehr als sehenswert!

Setlist:
Radio
Roots Radicals
The Way I Feel
Bloodclot
Journey To The End
Dead Bodies
East Bay Night
Hooligans
Maxwell Murder
Old Friend
Last One To Die
The 11th Hour
Olympia WA
Salvation
Adina
Nihilism
Listed MIA
St. Mary
It’s Quite Alright
I Wanna Riot
Rejected
Gunshot
Something In The World Today
Fall Back Down
The War’s End(Lars Solo)
Black And Blue
Time Bomb

Encore:
Tenderloin
Ruby Soho

Und schon kam Tag 2! Unsere erste Show an diesem Tag war das extrem vorzügliche Set der Deppenpunkkapelle Zebrahead(No Offense), und wenn das mal nicht Spaß gemacht hat! Wie viele Bands haben heutzutage schon Cocktailbar und Pool auf der Bühne! Und hey: Sie haben “Playmate Of The Year” gespielt! Wuuuu, FUCK! Weltklasse! Ich mag die Jungs!

Weiter ging es mit dem Acoustic Set von Anti-Flag, und es war FANTASTISCH! This is…the end…for you, my friend! Turncoat…Killer! Und sie haben meinen Lieblingstrack von Justin Sane’s Soloplatte, “Days Turned To Nights”, gespielt! Ich war hellauf begeistert und mehr als begeistert! Die Jungs wussten sowohl durch musikalische Qualität als auch durch Sympathie zu überzeugen! Später, auf dem Stromset der Jungs, sollten wir dann unsere Hausstädter Freunde auf dem Festivalgeländer treffen! SIE HABEN’S GESCHAFFT! SIE HABEN’S GESCHAFFT! Unnötig zu erwähnen, dass auch das Punkrockset auf ganzer Linie zu gefallen wusste! DIE FOR YOUR GOVERNMENT! Haha!

Naja, nach dem Acoustic Set ging es Schlag auf Schlag! Zunächst machten wir einen Abstecher zu den Old Firm Casuals, dann gingen wir wieder, und zwar zu den Cobra Skulls! Gott, waren die wütend! Und dann ohne Zwischensequenz weiter zu Hot Water Music! Also die waren geil! Chuck Ragan, du saufreundlicher Mistkerl! Deine Road Crew hat eine sehr dankbare Aufgabe! Schon ne super Band, da gibt es nichts!

Danach folgte ein Abstecher zum Zeltplatz zwecks Gin Tonic und Käsebrot, danach schauten wir den Rest vom Set von Alkaline Trio! War ganz nett. Danach folgten die Bronx, laut und brachial, man könnte sagen, sie wussten zu ballern! Während dem Anti-Flag Set und ein paar tadellosen Circle Pits spaltete sich Matze vorübergehend ab, um Dave Hause zu bewundern! Er lobte es!

Danach begann allmählich der Ausklang, und Ausklang funktioniert gut Acoustic! Tom Gabel schenkte uns einige Against Me!- Tracks as well as ein paar von seiner Soloplatte, welche übrigens auch in meiner Plattenkollektion zu finden ist! Unwichtige Seiteninformation! Das Set war großartig, Highlights waren “White Crosses” und das mit Chuck Ragan’s Backing Band performte “Anna Is A Stool Pigeon”! Oh yeah, das war ein grandioses Set!

Der Acoustic- Headliner Chuck Ragan brachte es dann noch einmal in großem Stil auf den Punkt! Er ist der Mann, der Acoustic-Solo Projekte und Streicher im Punk Rock cool gemacht hat, und niemand macht es so cool wie er! Eine Stimme wie ein Riese, mit teilweiser Unterstützung von Dav Hause und glücklicherweise auch inzwischen wieder mit Bart! Stolze drei Zugaben hatte er auch gegeben, zum Finale sang er ein Stück ohne jegliche Instrumente und während er das tat, sagte im ganzen Raum niemand ein Wort! Andächtige Stille war geboten!

Refused wurden uns extrem schnell langweilig, so gingen wir zum Zeltplatz und ließen das Festival ausklingen! Matze ging pennen, und KW und ich vertrieben uns die Zeit damit, Leute zu fragen, ob sie ihre Hosen wirklich noch brauchen! Oder Fremde zu umarmen, die wir mit Freunden verwechselt hatten! So gerieten wir an ein paar enthusiastische Franzosen, und was folgte, war die pure Diplomatie! Gemeinsamer Konsum von irgendso einem Anisscheiß folgten, Naked Fives wurden ausgetauscht und Außenstehenden wurden unsere berühmtesten Bazingas gespielt! Damn funny! Und alle durch ein schlechtes Englisch vereint! Epic! Ein herrlich europäisches Gefühl, Englisch sprechen wir alle gleich schlecht!

Apropos Sprachen sprechen, wenn ihr auf einem Campingplatz mit tausenden von Leuten geratet, ein Mädel ansprecht und vorgebt, Ägypter zu sein, wie wahrscheinlich ist es da, dass sie arabisch kann? FRAGT MICH MAL!

Irgendwann fuhren wir also heim und blickten einerseits zurück, zurück auf ein Wochenende voller Punkrock, Bier, Camping und guten Leute, andererseits blickten wir jedoch auch vorwärts! Sehr vorwärts sogar, denn keiner konnte es erwarten, endlich zu duschen und sich ein paar Stunden ins Bett zu placken! Schön war es, fürwahr, und auch wenn wir zwischendurch bangen mussten, ob das Benzin genügt, erreichten wir dennoch letztendlich unser Zuhause! In Luxemburg für 4.30 € zu tanken tut weh, kann ich euch sagen! Aber wie heißt es doch so schön: Ente gut, alles gut! Eher!

Frank Turner, Garage Saarbrücken, 3-4-12

4 Apr

Auch wenn es mir vorkommt, als hätte ich schon mehrere Reviews über Frank Turner verfasst, könnte das hier tatsächlich mein erster öffentlicher Artikel sein! Ich könnte das jetzt überprüfen, aber ganz ehrlich, wen juckt das?! Also gleich zur Sache: Frank Turner war, wie er wiederholt betonte, zum ersten Mal in Saarbrücken und er teilte uns  seine Impression mit, dass es sich anscheinend um einen “Nice Place To Be” handle! Danke, Frank, lieb von dir!

Aber ich überspringe hier ja fast die Vorband, und das liegt mir fern! Die Band hieß Emily Barker And The Red Clay Halo, und meinen Hoffnungen wurde teilweise sogar tatsächlich entsprochen! Ich unterließ es, mir die Band vorher anzuhören, stattdessen schaute ich ein paar Tage vor dem Konzert den Film “O’ Brother, Where Art Thou?”an, weshalb ich auf einen traditionellen Sound hoffte! Und einige Stücke entsprachen dieser Kategorie schon ziemlich 1:1, die vier Frauen sangen großartige Harmonien, gönnten sich ein Feature von Mr. Franky himself und performten mitreißende Songs! Zwischendurch begannen Anna und ich die Diskussion, welche der vier Members heute Nacht wohl von Frank Turner gelunzt würden und kamen zu dem Schluss: ALLE! Und das hat überhaupt nichts wertendes oder klischeelastiges, Frank Turner ist schlicht und ergreifend charmant, und als Frauenband mit ihm auf Tour zu gehen kann letztlich nur eine Folge haben: Na, ihr wisst schon!

Frank Turner gönnte uns insgesamt 90 Minuten Frank Turner, was ich eigentlich für sehr fair halte! Zunächst kurz ein Kommentar zu seiner Begleitband, bzw. zu ihrem Namen: The Sleeping Souls. Das erste Mal, als ich den Namen seiner Begleitband las, hatte ich irgendwie im Kopf, sie würden The Unwashed Socks heißen, was ich bis heute um 10.000 Volt besser fände! Das hätte einen traditionellen Stil, etwas auf charmante Art überholtes, aber Sleeping Souls?! Muss man durchdachte Musik jetzt noch künstlich auf Kryptisch stylen oder was?! Naja, nach so einem Abend: Franky, ich verzeihe dir!

Auch meine inzwischen dritte Live-Begegnung mit Frank Turner kann man erneut als makellosen, und mit makellosen meine ich tadellosen Sieg bezeichnen, denn der Mann ist auch 2012 noch immer der Messias! Seine Setlist ist qualitativ vergleichbar mit  Kelso’s imaginärer Speisekarte(“Was ist denn bei euch Spezialität?” – “Einfach ALLES!”), denn ich kann bei bestem Gewissen behaupten, mir hat nichts gefehlt! Eulogy machte den Anfang, gefolgt von Try This At Home! Von da an folgte eine wilde Reise durch sein bisheriges Schaffenswerk, sogar Springsteens’ Thunder Roads fand seinen Weg ins Set! Und auch neue Lieder wurden performt, zwei Stück an der Zahl! Das erste performte er Solo, ich habe es aktuell ehrlich gesagt nicht mehr im Ohr, aber das Zweite, jaha das Zweite, namentlich Four Simple Words, stellt eine Frank Turner Perspektive auf Musical-Showtunes dar! Den Song schrieb er nach Eigenkommentar, weil er Musicals hasst, weil es ihm einfach nie passiert, dass er beim Spazierengehen mit einem Freund von selbigem angesungen wird! Recht hat er, allerdings muss ich begeistert hinzufügen, dass es sich bei dem Song um einen Showtune par excellence handelt! Langsamer Einstiegt, ganz großer Mittelpart, kurzes leises Interlude gefolgt von stürmischem Finale, alle Klischees sind drin, aber: In A Good Way!!!

Nach 90 kurzweiligen Minuten endete das Set mit Photosynthesis, naheliegenderweise, aber Frank schaffte es zum inzwischen dritten Mal, eine monumentalen Moment daraus zu machen! Er stichelte das gesamte Publikum, Security und Merchhändler an, einmal gemeinsam den Refrain zu brüllen! Und man hatte das Gefühl, sogar die mürrische Klofrau sang mit! Genial!

Über Frank selbst muss ich nicht mehr viel sagen, schon einmal hatte ich das Vergnügen, ihn zu treffen, und kann absolut bestätigen, er ist bodenständig, sympathisch und redselig! Von Set zu Set schafft er es auch zwischen den Songs jedesmal erneut, das Publikum durch seine charmante Art für sich zu gewinnen und einzunehmen! Das klingt jetzt wie ein Lehrsatz aus der “Wie man Konzertkritiken schreibt”- Betriebsanleitung an, aber fuck that, es ist nun einmal so! Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass man auf einer Frank Turner Show einiges geboten bekommt und dass es sich um enthusiastische Musiker handelt! Auch in Zukunft werde ich gerne noch einmal auf einer seiner Shows auftauchen!

PS: Marcel, erinnerst du dich, als du vor der ersten Show damals einmal sagtest, dass du hoffst, dass eine Begleitband dabei wäre, so dass Sons Of Liberty gespielt werden kann? Dieses Mal ist es passiert!!! Und es war super!!! Sorry, dieses Post Scriptum konnte ich mir nicht verkneifen!

Macht euch frisch!

30 Mar

Captain Cel’s 10 Lieblingsreleases 2011

2 Jan

 (Cover anklicken für Videos)

  10. Kosmokrad – s/t (Post-Metal)

Abwechslungsreiches Post-Rock, -Core, -Metal-Gedöhns. Allerdings etwas zu leidend für meinen Geschmack.

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  9. Kutkh – Earth Without Light (Post-Metal)

Ein 18 1/2 Minuten feiner, düsterer Post-Metal Track.

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  8. Primus – Green Naugahyde (Psycho Polka)

Primus are back! And they still suck!

Mit ihrem neusten Release haben Les Claypool und Konsorten die Schweinelimo zwar nicht neu erfunden, aber ein solides Album in gewohnter Primus-Qualität abgeliefert. Hier und da lassen sich bekannte Tunes raushören, was aber keinesfalls aufgewärmt klingt. Insgesamt ziehen die Songs sich dann aber doch etwas und es gibt zu wenig Neues für eine höhere Position in den 2011-Charts.

  7. Verma – s/t II (70s Psychedelic Rock)

Treibender Psych Rock mit hypnotischen Frauengesang.

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  6. Bell Witch – s/t (Doom)

Musik, die nach Blei klingt.

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  5. Parts & Labor – Constant Future (Noise Rock)

Weniger Noise und mehr Synthi als in früheren Alben und ein Sänger, der stark an They Might Be Giants erinnert. Schade dass es ihr letztes Album ist. Aber vermutlich ist es besser aufzuhören, wenn es gerade am meisten Spaß macht.

  4. Lento – Earthen (Post-Metal)

Bedrückend atmosphärischer Post-Metal.

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  3. Shroud Eater – Thundernoise (Stoner-Metal)

So hört es sich an, wenn man von zwei Frauen und nem Klatzkopf ein paar auf die Fresse kriegt.

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  2. The Earth Is A Man – s/t (Math-Rock)

Gut gelaunter Instrumental Post-Rock von gut gelaunten Menschen, die gerne ihre Instrumente spielen, ohne sich dabei wichtig vorzukommen.

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  1. Elder – Dead Roots Stirring (Stoner/Doom)

Psychedelischer Erguss mit Ohrwurmcharakter. Entschuldigt meine ausgelutschten Phrasen, aber es stimmt einfach. Von den früheren Elder Werken wurde ich nie wirklich vom Hocker gehauen. Zwar ganz hörbar, aber auch nicht mehr, war das Vorgängeralbum. Aber was die Jungs aus Boston mit Dead Roots Stirring abgeliefert haben, kann man schlicht und einfach nur als Meisterwerk bezeichnen. Das Album rockt und groovt von der ersten bis zur 1904ten Sekunde wie sau! Aber ich will auch keine großen Worte verlieren, hört es euch lieber selbst an!

Off With Their Heads/Samiam Im Exhaus Trier, 11-10-11

12 Okt

Es ist ein Mittwoch im Entstehen, aktuell ist es 2:34 Uhr, während ich nun diese Zeilen schreibe! Gemeinsam mit Marcel habe ich das Samiam/Off With Their HEads Konzert im Exhaus Trier besucht und es war AWESOME! Lasset mich euch davon erzählen!
Alles begann routiniert, wir haben uns vorm Exhaus getroffen und traditionsgemäß zunächst ein Bier an der Mosel gezischt! Unnötig zu erwähnen, dass das Exhaus bis heute eine meiner Lieblingslocations, vielleicht DIE Location überhaupt, ist und ich mich jedes mal erneut in das Ambiente verlieben muss!Die Lage, die Locations, die Bands, es passt einfach! Fast als wäre dieser Ort für mich erschaffen worden! Aber ich schweife ab! Jedenfalls pflegten wir unser Ritual und hörten von weitem, wie bereits eine Band performte. Etwas erschrocken gingen wir zum Exhaus, wo wir uns allerdings schnell wieder beruhigen konnten, da wohl allem Anschein nach eine weitere Band namens “The Computers” gespielt hatte, die wir entsprechend nur von außen mitbekamen. Hat auch gereicht, war das Instrumentale auch nicht schlecht, die Screamo- Röhre hat den Charme wieder zerschlagen! Danach gingen wir also endlich mal hoch, das Konzert war natürlich wieder einmal im etwas weniger geschätzten Balkensaal, wo wir uns nach all den Spekulationen und guten Hoffnungen nun doch mal nach dem Preis erkundigen mussten! Der übrigens mit 19 Euro doch schon recht teuer ausgefallen war! So streckte man also einen Zwanziger hin und ich will nicht lügen, es tat weh! (weiterlesen…)

Psychedelic Rock und das Internet

24 Jul

Guten Abend, liebe Leseronis.

Ich hab mal wieder nicht viel zu berichten. Außer dass ich heute 8tracks für mich entdeckt habe. Eine nette Seite, auf der man Mixtapes anhören und erstellen kann. Ist mal ne nette Abwechslung zum seelenlosen computergenerierten Internetradio oder wenn man mal keinen Bock hat den üblichen Kram zu hören. (Oder wenn man mal wieder zu viel Freizeit hat und anderen Leuten seinen eigene Musik näher bringen will.) Ich kann’s nur empfehlen.

Eigentlich hatte ich (mal wieder) geplant diese Woche einen brauchbaren Text zu veröffentlichen, aber ihr wisst ja sicher wie das ist. Dafür versuch ich ihn dann nächste Woche irgendwann rauszuhauen. Na toll, jetzt hab ich die 100 Wörtermarke auch schon überschritten. Eigentlich bräuchte ich garnicht weiter zu schreiben.

Nächste Woche geh ich vielleicht zum Friseur und spiele meinen Bass als Opener für Grand Griffon. Zumsl.

Hier nochn bisschen Musik:

Leatherface im Exhaus Trier 6-5-11

11 Jun

Nachfragen erübrigten sich, als bekannt wurde, dass die großartigen Leatherface wieder nach Trier kommen! Es stand nicht einmal zur Debatte, nicht hinzugehen, Marcel’s Bescheidsagen war zugleich eine Mitteilung an mich, wo ich am 5.Juni sein würde. Und klar ist das selbstverständlich, ich mein, hier ist die Rede von Frankie Stubbs und Band! Auch bekannt als Leatherface! So gingen wir also hin!

Zunächst herrschte eine gewisse Enttäuschung vor, als uns klar wurde, dass das Konzert im Balkensaal stattfinden sollte, ein Raum der einfach verdammt flach ist, so dass der Blick Richtung Band immer ein wenig problematisch wird, sobald genug Leute anwesend sind, so auch diesmal! Aber hey, lass das mal das Schlimmste sein! So hingen wir denn, drei Tage Emmes auf dem Buckel, vollständig nüchtern am Exhaus ah und ein gewisser Schauder überkam mich, als ich jemanden erblickte, der dem guten alten Frankie Stubbs verbüffelnd ähnlich sah, aber, ach du Schreck, ohne Bart! Ohne den wunderschönen Bart, von dem sich damals auf der Leatherface Show in Saarbrücken ein Fan ein Stück abschneiden durfte! Aber ich muss es ihm nachsehen, habe ich mich am gleichen Tag doch versehentlich selbst rasiert! Und ich meine versehentlich!

Wie immer im Exhaus fing die Show etwas zu spät an, doch inzwischen hatte sich der Raum zu meiner Genugtuung doch recht ordentlich gefüllt! Ich meine, Leatherface vor 20 Leuten oder so würde doch schon ein recht schlechtes Licht auf die Menschheit werfen! Wie dem auch sei, standen auf dem Flyer auch zwei Vorbands, schien die erste Band dennoch nicht an Bord zu sein, vielleicht wurde sie von irgendwas gefressen! Soll vorkommen! Dann trat also die Band “A Hurricane’s Revenge” auf, deren Name mir schonmal irgendwo begegnet war, sie anzuhören ich jedoch bis dato unterließ! Der Eindruck jedoch war sehr positiv, es war schön vom Instrumentalen her, das Zusammenspiel funktionierte und es handelte sich echt um sehr catchigen Scheiß! Marcel brauchte etwas länger zum Mögen, aber der Groschen sprang dann letztlich doch über! Nette Sache, gerne mal wieder!

Dann standen auch schon bald die “Jungs” von Leatherface auf der Bühne, alle stilecht mit dem Rücken zum Publikum, außer der Drummer, der gezwungen war, Augenkontakt mit der Crowd aufzunehmen. Zwei Members trugen sogar Hüte, einer davon hätte Lorson definitiv neidisch gemacht! Aber was rede ich lange drum herum, kommen wir zur Musik! Das Set war wieder ziemlich ähnlich wie letztes Jahr, aber eben eine echte Hit Collection! Anfangs wurden ein paar Stormy Petrel Dinger rausgeboxt und die Stimmung war zunächst etwas schleppend, doch spätestens als das immer wieder grandiose “Hoodlum”, das es nebenbei bemerkt sogar auf die Tropf Productions Liste der besten Songs EVER geschafft hat, war das Eis gebrochen und die Stimmung gegeben! Frankie ließ seine Räucherlachsstimme ertönen, lächelte zwischendurch immer wieder mal verschmitzt und ließ es sich auch nicht nehmen, uns mit seinen kleinen, gekonnten und dabei unglaublich köstlichen Tanzmoves zu verwöhnen! Ein amüsanter alter Mann, ich würde sogar sagen, der Sir Alec Guinness des Punk, was zum Teil wohl auch an der Ähnlichkeit liegen könnte! Nach angemessener Spielzeit verließ die Band die Bühne, kam jedoch noch zweimal zurück, um uns noch ein paar Songs zu gönnen! Der letzte Song, sehr zu meiner Freude ebenfalls genauso wie letztes Jahr, war die Leatherface Version von “You Are My Sunshine”, ein ohnehin schon tadelloser Song, aber niemand trägt ihn besser vor als die Herren von Leatherface, und das mit Frankie’s Räucherlachsröhre sagte ich ja bereits!

Kurz gesagt, wir wissen schon, warum sich bei Leatherface Konzerten vorherige Diskussionen erübrigen, von daher erspar ich euch weitere Beschreibungen über die Genialität dieser Band!

Ein Wiedersehen mit Frankie Stubbs lässt übrigens nicht lange auf sich warten, denn am Freitag, dem 8.7.2011 gibt Frankie Stubbs in Trier ein kleines Solo-Konzert, und ihr könnt davon ausgehen, uns da anzutreffen, und wir würden uns freuen, auch DICH dort begrüßen zu dürfen!

So I Was At That PUNK Show The Other Night…

1 Mai

Am 29.04.11 fand in der Saarbrücker Garage eine Konzertveranstaltung statt. Zu Gast waren die “mächtigen” Kassierer, wohnhaft in Duisburg, beständig seit 25 Jahren. Solltet ihr dieses “Event” verpasst haben, leset doch noch, was euch entging:

Also, irgendwann zu Beginn dieses Jahres hatten wir irgendwann den Entschluss gefasst, das im April stattfindende Konzert der Kassierer zu “erleben”! Da während dieser Entscheidung “stilecht” ein paar Bier im Spiel waren, kam irgendein Vollidiot, vielleicht war ich es, auf die Idee: “Hey! Wir könnten uns doch den April über den Bart wachsen lassen und uns zum Konzert alle einen Schnurres wachsen lassen!” Die restliche Besatzung brüllte und jubelte, sie bekundeten mir lautstark ihren aufrichtigen Beifall!

Hier waren wir also, vier Monate später…

Der Lorsmeister hatte mit Abstand den eindrucksvollsten Schnauzer vorzuweisen, irgendwo zwischen Tankwart, Horst und Pornoproduzent! Meiner selbst war auch reichlich blöd, gab mir dabei aber irgendwie was von britischer Cop. Und wie der Typ, der auf Porno Sets die Dialoge schreibt. Naja, die Schnurresparade endet hier auch schon fast, bei Puhl und Richard war es jeweils nicht so behaart, als dass es peinlich gewesen wäre! Damit waren wir Suppentunker Lors und Bröselbesen Balg! Weitere schöne Spitznamen für die Moustache/Schnurres Kultur: Puderzuckerfabrik, Popelbremse, Oliba, Bauklammer, Hippielippe oder Nasennachbar! Mehr konnte ich nicht recherchieren! Wie dem auch sei, happy Moustache Day!!!

Was diese Erzählung von Mighty Moustache zu bedeuten hat, fragt ihr? Nun, sie spielt eine bedeutende Rolle das Publikum betreffend. Das Publikum der Kassierer, wie kann das wohl aussehen? Solltet ihr an Physikstudenten mit langen Pferdeschwänzen, “stylischen” Brillen und Nightwish Shirts denken, muss ich euch enttäuschen. Das waren PUNX! Heftige, harte, auf alles scheißende, das Deutschpunkklischee durch beide Nasenlöchern ziehende, haargelverschwendenden, mit Schweißdeo eingedulfte, zerschnittene Armani Hosen tragende, Mercedessterne klauende, klingelmäuschenspielende, ungefragt auf jedes Foto kommende, sich assozial fühlende und später BWL studierende PUNX! In der Garage traf ich dann auch Anna vor, sie berichtete, dass sie auf dem Weg rein bereits drei kotzende Typen gesehen hatte. Meine zwei dazugerechnet(und es WAREN DEFINITIV verschiedene)sind das fünf! Fünf kotzende Saarbrücker! Mit gefärbten Haaren! Draußen waren übrigens derart viele Bierflaschen, dass sich ein Pfandsammler von den Mengen Pfand glatt ein neues Aquarium oder sogar ein Bügeleisen hätte gönnen können. Was mich wieder zu den Schnurrbärten bringt! Diese “individuellen”, “schockierenden”, “Verwirrung stiftenden” PUNX waren nämlich selber etwas verwirrt, als sie uns mit Schnurri(wie ist die Mehrzahl von Schnurres?! Schnurresse, Schnorzen?! Schnurressissi?!)antraben sahen! Damit waren wir im Raum die größten Punks im ursprünglichen Sinne der Bedeutung!!! Damit konnten ein paar gefärbte Iros, zerrissene Hosen oder geil zerrissene ACAB Shirts wenig reißen! Wir waren es, die schocken konnten! WIR FIELEN AUF! HA! Punker, zieht eure Exploited Uniformen aus! Der Schnurres kommt wieder!!!

So, Musik gab es ja auch noch! Den Anfang machte eine Neunkirchener Band namens “Upfluss”! Nein, das ist kein Scherz! Eigentlich war der Name auch passend, denn die Musik war nicht sehr gut! Die Stimme der Sängerin klang schrill und unangenehm, und viel zu laut! Und wer kommt überhaupt auf die Idee, eine Female Punk Band vor den Kassierern auftreten zu lassen?! Ich mein, wenn die Deutschpunkszene ein assoziales Klischee zu tragen hat, findet man dieses garantiert auch auf einem Kassierer Konzert vertreten! Und so war es dann auch! Die Zwischenrufe lagen irgendwo zwischen “Ausziehen!” und “Buuhh!”. Sehr nett, ehrlich. Das wär übrigens ein guter Beitrag für die aktuell sehr aktuelle Diskussion “Sexism in Punk Rock”, aber das kommt ein andermal! Jedenfalls hatte ich stark das Gefühl, dass die Band, vor allem die Vocalistin, manchmal kurz davor waren, die Bühne zu verlassen, aber schließlich spielten sie doch eine halbe Stunde. Zum Schluss war nur noch der Drummer on stage, der ein ausgebuhtes Drumsolo vollendete und es unter Weglassen jeglicher Virtuosität zu Ende rotzte und sich damit definitiv meinen Respekt verdiente. Glückwunsch, DRUMMER, du hast dir den Respekt von dem Schnurresträger mit dem lila Aquabats Shirt verdient!

Wer war noch? Ach ja, die Kassierer! Nunja, es begann mit einer übertrieben klassischen, märchenähnlichen Ansage, ich muss sagen, mit eins der Highlights der Albernheit des Abends, direkt zu Beginn(“Horcht, da nahen sie!”)! Danach kam irgendein Lied übers Saufen! Könnt auch Ficken gewesen sein! Oder beides, weil das waren eigentlich so die Kernthemen des Abends! Im Anschluss kam noch so ein Lied, dann noch eins, und so weiter! Die Stimmung war gut, es wurde viel mitgegrölt, was leicht fiel, da bei den meisten Liedern Songtitel und Songtext identisch sind! Meistens war es einfach zu blöd, um es nicht mitzugrölen! Und überhaupt, wer kann widerstehen, wenn er Jugendklassiker wie “Komm mach die Titten frei”, “Blumenkohl am Pillermann” oder das “grandiose” “Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist” vorgetragen bekommt?! Die Kassierer gaben sich natürlich, zwischendurch vollständig nackt(“Hast du schonma so nen schönen Hodensack gesehn?”) oder auch mal die Texte ablesend, und ich muss sagen, die lässige Routine, mit denen die Band geworfenen Gegenständen ausweicht… Nicht schlecht!

Einige Evergreens später kamen die Kassierer dann auch zum Ende, zunächst mit einem kalten “Danke, tschüß”, im Anschluss nach dem “Encore”(keine Ahnungmehr , welches das letzte Lied war)dann aber noch bei einer eher in die Länge gezogenen Applauseinlage(ich fands witzig!)!

So, was kann ich über die Show sagen? Ich könnte jetzt ein paar Schlagworte wie “Arbeit ist Scheiße” oder “Gehirnvolumen” raushauen! Hm, ja, das beschreibt es nicht mal schlecht! Gut, auch zu sagen wäre, sollten die Kassierer sich ausdem Klischeepunkpublikum einen großen Witz machen, wär ich begeistert! Wenn sie es ernst meinen, bin ich irgendwie auch begeistert! Irgendwie hat das schon seine Richtigkeit dass es die Kassierer gibt! In 25 Jahren würde ich sie mir glaub ich auch nochmal angucken! Mit normalen Konzertmaßstäben kann man es nicht messen! JBO sind und bleiben die “Verteidiger des wahren Blödsinns”, Spaß beim Trinken transportieren die Dropkick Murphys auch sehr gut, und NIEMAND ist so Punk wie Ted Leo! Und GWAR sind noch 2000 Volt übertriebener!
Was ich damit sagen will? Nun, im Grunde nur, dass es sicher keines meiner Top Ten Konzerte ever war! Oder ein Konzert, von dem ich aufgekratzt meinen Enkeln erzählen werde! Aber scheiße nochmal, ich kann mit Fug und Recht behaupten, ich hab mal die Kassierer live gesehen und dabei einen Schnurres getragen! Und irgendwie sagt sich das garnicht mal so unangenehm!

Easter Dudefest

24 Apr

Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen erstaunt, was über die Osterfeiertage doch für nette Veranstaltungen stattfinden. Wenn man das, vom Staat streng überwachte, Tanzverbot am Karfreutag bedenkt und den allgemeinen Oster-Hokuspokus, dann ist es doch erfreulich dafür einen angemessenen Ausgleich in Form von massenuntauglichen Musikfestivals geboten zu bekommen. Massenuntauglich? Dachte ich jedenfalls. Aber als ich hörte, dass die Vorverkaufskarten für das Easter Dudefest so gut wie ausverkauft waren, wurde ich doch etwas argwöhnisch. Naja, immerhin spielen dort Szenegrößen wie Earth, Nadja, Celeste und die Master Musicians of Bukkake. Ein seltenes Vergnügen in unsren Gefilden. Dafür fährt man dann auch gerne mal nach Karlsruhe.

Vor dem Jubez, einem besseren Juz, wimmelte es dann auch schon von ein paar Musikfans. Wie man das so von Konzerten der härteren Gangart kennt, waren etwa 98% in zeitloses Schwarz gekleidet, beim Rest handelte es sich wohl um Anhängsel, die nicht so recht wussten, was sie erwartet. Oder Poser. Trotz der erbaulich hohen Frauenquote lag der Prozentsatz der Bartträger ebenfalls so um die 98%. Alles in allem ein ganz nettes Publikum. Von 14-jährigen Screamo-Würstchen, über geblackflaggte Hardcore-Hoschis, 0815-Metalheads bis hin zu volltätowierten Doom-Fanatikern ließ sich so ziemlich alles finden. Achja, ein paar Kiffertypen warn auch da.

Zu den Bands. Ich muss zugeben, ich kannte nur Earth, Nadja und Barn Owl, den Rest bestenfalls vom Namen. Aber wer diese Bands mag, wird mir zustimmen, dass das schon Grund genug ist die 30€ auzugeben. Und wo solche Bands spielen, findet sich sicher noch der eine oder andere Schatz.

Barn Owl haben wir leider verpasst. Dafür war das Ambient-Drone Duo Nadja so nett auf uns zu warten. Mit Bass, Gitarre und jeder Menge Gekabels, samt Drumcomputer, haben sie ihr 25 Minuten Set mit ambientem Gedröhne gefüllt. So regungslos und gebannt wie die Menge die Klanglandschaften verfolgte, so intensiv und aufrichtig kam am Ende auch der Applaus. Erstaunlich, wie eine Band abgehen kann, ohne mehr als ihre Finger zu bewegen und dabei noch die halbe Zeit mit dem Rücken zum Publikum zu stehen. Unbedingt anschauen!

Danach spielte die satanische Christenrockband Sabbath Assembly. Wie der Name vermuten lässt, singen sie viel über den heiligen Satan. Die Sängerin war heiß und konnte sogar noch halbwegs singen. Auch der Rest der Band beherrschte seine Instrumente. Texte und Musik konnten trotzdem nicht durch Originalität punkten, weswegen ich die Band bestenfalls als mittelmäßig einstufe. Als Stripperin hätte die Sängerin jedenfalls mehr Fans.

Die schwedische Screamo Bande Suis La Lune, die sogar unseren Gitarristen inklusive Schlagzeugerin nach Karlsruhe gelockt hat, ließ sich schon eher hören. Auch wenn mir das Gekreische bis heute nicht zusagt, muss ich zugeben, musikalisch haben die Jungs es schon drauf. Gefolgt wurden sie von ihren “best friends” Pianos Become The Teeth. Eine ganze Tour energischer und vermutlich auch ein gutes Stück massentauglicher war das amerikanische Postcore Quintett der Wave-Bewegung. Allerdings schien der Sänger mit seinem Hemd nicht klarzukommen, weshalb er damit rumfuhrwerkte wie ein hyperaktiver 6-Jähriger mit Zuckerschock. Immerhin, die Musik war okay.

Ähm, dann war ich mir die Master Musicians of Bukkake ansehen. Interessant, kann ich da nur sagen. Allein die Besetzung machte mich schon neugierig. Zwei Schlagzeuger, Irokesen-Geiger, ein Bassist/Keyboarder im Unterhemd, ein Gitarrist/Keyboarder, ein Gitarrist, der optisch das absolute Stoner-Klischee glaubhaft rüberbringt und ein ergrauter Sänger mit geflochtenem Bart. Dazu jede Menge bunter Tücher und andere Deko. Das Konzert begann mit unmengen Rauch und buntem Licht. Die Bühnenshow erinnerte mich entfernt an die Residents. Auf jeden Fall eine total abgedrehte Mischung aus Space-Rock, Drone, Esomukke und weiß Allah, was noch alles. Definitiv sehenswert!

Um keinen musikalischen Leerlauf zu haben, hab ich mir dann noch etwas Corrosion of Conformity angehört. Im Sitzen. Stumpfer Stoner-Metal, nichts Umwerfendes. Bestimmt ganz amüsant, wenn man voll oder bekifft ist, aber für mich war es halt eine Gelegenheit mich übelst einen auszuruhen.

Zwischenzeitig hab ich dann noch bei Celeste reingeschaut. Einer französichen Death-Metal/Sludge/Hardcore Gruppe mit Fahrradlichtern an den Köpfen und ganz, ganz viel Nebel. Für meinen Geschmack dann aber doch etwas zu hektisch.

Als Headliner des Abends gönnten wir uns schließlich Dylan Carlson’s Earth. Cello, Bass und Schlagzeug wurden von weiblichen Mitmusikern bedient. Die knappe Ansage, sie seien Earth und spielen jetzt Musik, ließ Frontmann und Gitarrist Carlson in astreiner Südstaaten-Schnupftabak-Stimme verlauten. Und das taten sie dann auch. Während die Drone-Doom-Überkombo in Zeitlupe ihre Geräusche erzeugte, schwiegen sogar die besoffensten Metalheads. Nach der Hälfte des Sets sind wir dann aber aufgebrochen, um noch aus der Stadt zu kommen (und weil die Musik sich doch etwas wiederholt hat, wie ich leider gestehen muss). Aber auf jeden Fall eine Erfahrung!

Alles in Allem hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Dropkick Murphys – Going Out In Style

27 Mar

Erstaunlich plötzlich empfing mich die Botschaft, dass die Dropkick Murphys mit einer neuen Platte zurückkehren würden! Heißt, ein bis zwei Monate vorher, aber wenn ich bedenke, was bei “Meanest Of Times” für eine Publicity gemacht wurde, ähnelte es diesmal doch eher einem Lauschangriff! Vielleicht bin ich auch nur nicht mehr so informiert, wer weiß! Scheiß drauf!

Jedenfalls wurde angekündigt, dass es sich diesmal um ein Konzepthandlung mit der Geschichte von Cornelius Larkin als Hintergrund handelt! Und was soll ich sagen, die Murphys haben nicht gelogen, es ist ein Konzeptalbum! Allerdings ein Gutes! Und wer hätte es gedacht, die Dropkick Murphys haben doch nochmal den Arsch hochgekriegt und der Versuchung, das gleiche Album wie die letzten drei Mal zu machen, widerstanden und tatsächlich neue Sachen ausprobiert! Heißt konkret, man bekommt ein breites Spektrum an irischer Instrumentation und zum Teil wunderschöne Instrumentalparts geboten! Die mitgrölbaren Saufhymnen sind meiner Meinung nach etwas zurückgegangen zugunsten von mehr Gruppengesang! Das ist auch nichts schlechtes, macht das Album jedoch etwas weniger eingängig als etwa “Warrior’s Code”. Tatsächlich hab ich es nach dem ersten Hören für langweilig gehalten, und es hat mich weitere zwei Anläufe gekostet, bis es endlich zündete! Man muss erst mal den Show Tune Charakter akzeptieren und den Gedanken, dass die Murphys auf dem Broadway landen wie ihre “Punkkollegen” von Green Day! Aber ich würde sagen, die Dropkicks haben nach wie vor zu viele Eier dazu! Hoffe ich jedenfalls!

Also, was bekommt man hier geboten! Wie gesagt, der Grölfaktor ging zurück, dafür kommt das Wort “Whisky” immer noch oft genug  vor, dass es noch ein Folkpunkalbum bleibt! Und hat man sich erstmal an die Musicalform gewöhnt, scheint der Gedanke an eine irische Konzeptplatte immer freundlicher! Und es sind wirklich auch sehr schöne Lieder enthalten, und catchy sind und bleiben die Murphys nach wie vor! Zudem bekommt man auch ein paar Überraschungen geboten, zum Beispiel haben die Murphys sich für den Titeltrack “Going Out In Style” Fat Mike gekauft, um eine einzelne Zeile zu singen! Welche Band kann sich sowas schon erlauben? Andere Bands hätten ihm direkt ne ganze Strophe zugestanden! Und als sei das nicht schon genug, der Name Fat Mike kommt sogar in den Lyrics vor! Geil!

Ein weiteres Feature gibt sich der Boss selbst, Bruce Springsteen, bei dem Track “Peg O’My Heart”, und ich muss sagen, mit dem Alter klingt er richtig gut! Ein weiteres Highlight stellt das abschließende “Irish Rover” Cover dar, an sich schon ein sehr geiler Track, aber die Punkversion hypt auch nochmal munter drauf los und wenn es im Auto läuft, fahr ich versehentlich grundsätzlich 20 zu schnell! Mies, aber was soll’s! Mein Lieblingstrack ist und bleibt jedoch “Take ‘Em Down”, so simpel, aber trotzdem geil! Im Moment liebe ich Protestsongs einfach, und hier kannst du richtig die Lagerfeuerprotestanten spüren, wie sie ihr “We gonna take the bastards down, let ‘em know!” trällern! Ein Song, der mich noch ne Woche danach verfolgt!

Fazit: Eine schöne Platte mit teilweise herrlichen irischen Instrumentationen und Melodien, vielleicht nicht ganz so eingängig und gröltauglich wie ältere Murphys Scheiben, und wohl auch nicht jedermanns Sache, ich muss zugeben, solche Begeisterungsströme wie die neue Platte von Social Distortion löst es bei mir jetzt auch nicht aus, aber wenn man dem Album mehr als nur eine Chance gibt, kommt man irgendwann dahinter und kann voll drauf einsteigen und sich in bester Murphys- Manier austoben! Mein Tipp: Hört sie an, aber hört sie ein paarmal an!

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